Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1839610
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die ihrigc, welche mit Möbeln und Kleidungsstücken buch- 
stäblich vollgcpfropft War. Im Hintergrundc stand ein ge- 
waltiges Bett mit drei grossen lllatrzttzen, gesticktem und 
spitzenbesetzten Linnen und einer schönen, farben- 
schillernden Steppdecke aus Wollenstoff. Eine teppich- 
artige Decke der gleichen Gattung lag auf dem Divan, 
und unten am Boden befanden sich kleine, dunklere 
Teppiche aus gekräuselter Wolle in schwarzen, dunkel- 
blauen und braunrothen Tinten   . zwei grosse Schränke 
enthielten Kleidungsstücke und drei riesige Kasten ge- 
stiekte Wäsche. Mit Stolz zeigte die junge Frau das 
Werk ihrer Hände und ihr persönliches Eigenthum; um 
aber all diese entzückenden Sachen beschreiben zu können, 
müsste man das vollständige Wörterverzeichniss eines 
Faehrnannes erschöpfen".  
Der von Aegypten ausgegangene künstlerische Einfluss 
erstreckt sich zweifellos auch auf die Mittel zur Ausführung. 
Einen weiteren Beleg des Zusammenhanges finden wir in 
der Beobachtung der Proportionalgesetze. Denn wollen wir, 
bemerkt W. Schulz, 1) in Pythagoras den Begründer jenes 
die perikleische Zeit in der griechischen Baukunst auszeich- 
nenden mathematischen Proportionirungs-Systems erkennen, 
 wenn überhaupt irgend ein Grieche als solcher be- 
zeichnet werden kann,  so darf nicht vergessen Werden, 
dass selbst Cantor sich dahin äussert, dass Pythagoras den 
Aegyptern die erste Anregung zur Entdeckung seines be- 
rülnnten Lehrsatzes dankt. Auch weist W. Schulz in 
seiner Harmonie in der Baukunst nach, dass die An- 
wendung des sogenannten "goldenen Schnittes" und des 
regehnüssigen Fünfeeks einer viel früheren Zeit angehört, 
als wir anzunehmen gewohnt sind. Die Schule der 
Pythagoräer, die sich das grosse Verdienst der systema- 
tischen Nutzbarmachung des genanntcn Polygons wie jener 
durch ihren Namen schon so hervorragend ausgezeichneten 
geometrischen Proportion erworben, wird durch diesen 
Nachweis keine Beeinträchtigung erfahren. Wichtig ist es 
aber in vorliegendem Elalle, dass sich die schon früher 
erfolgte Anwendung an zwei Tempeln zu Selinus und an 
zwei der ältesten Pyramiden Aegyptens nachweisen 
lässt. Uebrigens bestätigen die Anwendung des "goldenen 
Schnittes" in Aegylaten sowohl Vermessungen an Architectur- 
Weitere Be- 
weise für 
Aegyptens 
Einfluss. 
Der ngolrluuo 
Schnitt".
        

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