Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1839600
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keine Bekleidung. Hüten sie das Vieh oder gehen sie 
1tuf's Feld, so hängt stets ein Spinnrocken an ihrem Gürtel, 
und geschickt den Faden drehend, verarbeiten sie Wolle, 
Flachs oder Hanf und gewinnen so das zur Webearbeit 
des WVinters Gehörige, Ihr aus grober Leinwand ge- 
fertigtes Hemdel) ist in einen malerischen Faltenwurf 
gelegt und gleicht vollständig dem Gewande der jungen 
Athenerinnen, die, unter der Leitung des Chorführers an 
den Panathenätenz) sich hetheiligend, auf dem Friese des 
Parthenons abgebildet sind. Seit unvordenkliehen Zeiten 
verfährt man in gleicher Weise bei der Anfertigung (lieser 
hemdartigen Bekleidungsstücke, die ebenso einfach wie 
würdevoll erscheinen und zu einem Vorwurfe für Bild- 
hauer wie geschaffen sind   .  Das Zusammensein dieser 
Frauen in ihrer malerisch schönen G-ewandung macht 
einen bezaubernden Eindruck; bei aller Farbenpracht und 
allem Fatrbenreiehthume darf das Auge nirgends verletzt 
sich abwenden."      Weiter berichtetvder Genannte 
über seinen Besuch in einer Zadruga zu Sirokopolje und 
lobt das taktvolle Benehmen des F amilien-V orstehers und 
die gewandte Weise in der er und seine Begleitung in 
kurzer Rede willkommen geheissen wurde. "Die Bauern", 
heisst es, „sind hier daran gewöhnt, über ihre Angelegen- 
heiten innerhalb der Zadrugefs und auf den Versamm- 
lungen des Dorfes zu sprechen, und das macht sie eben 
des Wortes mächtig; fast alle Stareschinds erweisen sich 
als Redner    .  Hinter dem grossen gemeinsamen 
Wohnhause liegt ein niedrigeres, aber langes Gebäude, 
das gleichfalls eine Veranda mit gedieltem Boden hat; 
auf diese münden so viele Zellen, als die Zadrilga Ehe- 
paare und Wittwen umfasst . .  .  Eine Frau öffnete 
1) de Lavelnye spricht S. 118 nur vom Werktagskleide; anders 
ist das Frauenkleid an Sonn- oder Festtagen. Man sieht an diesen 
lägen  abgesehen von den reicher und kunstvoller gestickten Kleidern 
 Blousexi von ausserordentlicher Zartheit und Feinheit des Gewebes, 
die sehr an die keischen Gewänder erinneren, die aber, im Gegen- 
sutze zu diesen, durch die Dichtigkeit des Faltenwurfes, ihrem Zwecke 
durchaus entsprechen. Diese eben sind mit in Goldfaden gestiekten 
stylvoll gehaltenen kleinen Blumen geschmückt, oder auueh schon reicher 
oder minder reich in der Farbe des (lruncli-ftoifes mit Dessin durchwebt. 
2) Es war an dem Brunnen Kztllichurus, bei welchem zuerst die 
Weiber der Eleusinier einen Reihentznlz angestellt, und zu Ehren der 
Göttin gesungen haben. Pans. B. I, C. 38. (Der Verf.) 
3) Ebendort F01. 122.
        

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