Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1839453
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übertreffender Charakteristik zur Darstellung gebracht. 
Dazu finden wir Alles dieses unter den (lenkbztr schwie- 
rigsten Bedingungen mit scheinbar spielender Leichtigkeit, 
wenigstens nirgendwo Mühe verrathend, ausgeführt. Eine 
Schwierigkeit in technischer Hinsicht scheint eben auf 
keinem Gebiete vorhanden gewesen zu sein, und so sehen 
wir hier den Bildhauer Granit, Grauwacke, Diorit, Basalt 
und andere schwer zu bearbeitende Naturkörper trefflichst 
meisseln und poliren.  Betrachten wir nun die uns 
zahlreich erhaltenen Malereien und zeichnerischen Üeber- 
reste, so finden wir, dass die Sehwesterkunst, die lllalerei, 
eine der Skulptur ebenbürtige, eine gleich ruhinwürdige 
gewesen ist. Dazu sind alle Anzeichen vorhanden, die 
für die Annahme sprechen, dass die Malerei der Skulptur 
voraufgegangen ist. Wie dem aber auch sei, wir begegnen 
schon in den frühesten Zeiten einem harmonischen Zu- 
sammenwirken beider Künste, und linden hier jene ltlrage 
gelöst, die in Betreff eines gleichen Zusannnenwirkens in 
der griechischen Kunst die Gelehrten lange beschäftigt 
hat, weil sich unter den Architectur- und bildnerischen 
Resten griechischen Ursprungs 1) nur spärliche Beweise für 
eine solche Unterstützung der Plastik durch Malerei er- 
Hflyßllfßlrliß halten haben.  Ueber ein derartiges _Zusammenwirken, 
llelbkullltme" also über die Polychromie der aegyptisehen Skulpturen 
111 Aegypten.      1 „ 
belehrt uns schon zunachst eine unter Konig bnefrur) ent- 
standene Doppelstatueß) welche den Prinzen Rahotep und 
seine Gattin Nefert darstellt; denn beide Gestalten sind 
bemalt.  Der ernsten Architektur entsprechend, zeigt 
1) Diese sind zunächst in den Museen zu Athen zu suchen (Stele 
mit dem Reliefbilde des Krieges Aristion); Karl WVoennann, Kunst- und 
Natur-Skizzen aus Nord- und Süd-Europa, Düsseldorf, L. Voss St Cie. 1880. 
In Neapel museo Burborlieo.  Uebrigens scheint es Vielen ent- 
gangen zu sein, dass Pausatlias B. I. C. 14, S. 53 eine Polyehromiiw 
der Statuen ausser Zweifel stellt, denn dort heisst es: "Ueber den 
Cerannikus und die sogenannte königliche Halle hinaus ist ein 'l'empel 
des Vulkanus: eine Bildsäule der Minerya bei ilnn stehen zu sehen 
wunderte ich mich gar nicht, da. ieh die Sage, die sieh auf Eriehthenius 
bezieht, kannte. Sobald ich sah, dass die Bildsäiule der Miuerva 
blaugraue Augen habe, bemerkte ich, dass das es der Mythus der 
Libyer sei; denn diese sagen, Minerva sei eine 'l'eehter des Neptmnls 
und der Göttin des Sees Tritonis, und (leswegen habe sie wie Neptunus 
blaugraue Augen".  Man sehe Weiteres im Anhang 13. 
2) Regierte vor den Erbauern der gressen Pyramiden. 
3) Sie wurde in der Nähe der Pyramide von Medum gefunden.
        

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