Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1839448
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wichtigsten wissenschaftlichen und religiösen Werken heisst 
es in späteren Schriften, (lass sie in diesen alten Zeiten 
verfasst worden. Zu eben dieser Zeit wurde auch schon 
eine ilberreieh aiusgcbildete Götterlehre von einer ge- 
lehrten und wohlorganisirten Priestersehaft dem Volke ver- 
mittelt. YVeehselseitig ergänzten sich Künste und Wissen- Wissen- 
sehaften, und wie dies geschehen, erhellt schon aus der Sshälferfiesß 
Anlage der Pyramiden, die genau nach den Hinnnels- (Mzlthenlatllgl 
richtungen orientirt sind. Wehr aber noch sind es die 
"llempehtnlagen, welche uns in der Gesetzmassiglzeit der 
Anlage, des Grundplanes und aller seiner Theile das 
tiefste mathematische Wissen verrathen; sie lassen uns er- 
kennen, dass sich schon einmal im Wechsel der Jahr- 
tausende, in grauer Vorzeit, der menschliche Geist zu 
hoher Erkenntniss der hier in Betracht kommenden Natur- 
gesetze erhob. Wir finden in ihnen auch die Erklärung 
jener Stelle des Aristoteles in seiner Metaphysik, deren 
Humboldt auch in seinem Kosmos B. III". gedenkt, wo er 
von den Trümmern einer früher einmal gefundenen und 
dann wieder verlorenen Weisheit spricht. Es sind jene 
Gesetze, die uns im Buche der Weisheit, 11, 21 offenbart 
sind, die da lauten: „Du hast Alles nach Maass, Zahl und 
Gewicht geordnet".  Der durch die fest geregelte geist- 
liche und weltliche Verwaltung gesicherten inneren und 
äusseren Ordnung entsprach auch die Kunst in jener von 
uns durch fünf Jahrtausende getrennten Epoche. Um diese 
Zeit schon bestand auch für sie ein festes Proportional- Proportional- 
gesetzf) welches durchaus nicht als eine Beschränkung,   
einem Einzwäingungs-Gesetz gleich zu achten, sondern sich a e 11mm" 
als ein Bewahrungsmittel gegen Willkür und abenteuer- 
liche Ausschreitungen bewährt hat, und deshalb wohl zu 
beachten ist. Denn innerhalb der durch diesen Kanon 
bestimmten Grenzen gestalteten die Acgypter mit feiner 
Beobachtung der anatomischen Bildung: Mensch und Thier. 
Sie bewahrten sich wohl die Freiheit die einzelnen Glied- 
inasscn, wie die Gesichter, der von ihnen dargestellten 
Menschen, naturwahr und charakteristisch zubilden. S0 
finden wir die Gestalt und die Züge des Königs, des 
llVürdentritgers und Beamten in portraitühiilieher 'l'rcue  
wiedergegeben. In dem nur wenige Linien hohen Haute- 
relief sind die Umrisse scharf und klar, und mit nicht zu, 
Anhang 
Siehe
        

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