Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1839427
Wirkungen unschwer zu verfolgen sind. Ob diese nun 
mittelbar oder unmittelbar erfolgten, diese Frage kann uns 
nicht beschäftigen, weil dieselbe hier unwesentlich; allein 
wichtig ist die historisch erwiesene 'l'hatsaehe, dass sie 
bestanden haben. Schon frühe sehen wir den Griechen 
sein Alphabet aus der hieratischen Schrift, jener für den 
alten, heiligen Dialeet gebräuchlichen Charaktere ergänzen, 
und zwar lange, lange bevor e1' im Pharaonenlantle festeren 
Fuss gefasst und zu Einfluss gelangt war. Bekannter, 
jedenfalls wichtiger noch ist für uns der bei den Hellenen 
erwiesene Einfluss auf bauteehnischem Gebiete und auf 
jene dies begründenden Wissenschaftszweige. Als man nun 
in der Folge begann, durch Unterweisungen und gegebene 
Vorbilder angeregt, den Sakral- und anderen öffentlichen 
Bauten vollendeterc Gestaltung zu geben, drängte es 
naturgemüss auch zu weiterer Vervollkommnung der übrigen, 
zur Ergi-inzung der Architectur bestimmten Künste. Diese 
Forderungen wurden aber um so dringlicheir, als mit dem 
schnell sieh entwickelnden Gefühl für's Schöne auch für 
die Ausstattung der Privatwohnungen Wünsche rege 
wurden, die zu befriedigen sich die ererbten Verfahrungs- 
weisen in der Kunst als nicht mehr ausreichend erwiesen. 
Und wie uns die überkommenen Mittheilungen erkennen 
lassen, waren es in erster Linie die Kunstmalverfahren, für 
die man Ersatz zum Zwecke leichteren, schnelleren Arbeitens 
gepaart mit einer dem erwachten Luxus genügenden 
äusseren Pracht erstrebt und gefunden hatte.  So be- 
reicherte man sich im Pharaonenlande nicht allein mit des 
Wissens Schätzen, sondern entlieh auch die technischen 
Hülfsmittel und entwickelte sie zu höchster Vollkommenheit. 
Denn was uns aus der Glanzperiode Alexandriens berichtet Alexandrielfs 
Wird,  es ist für das eben Gesagte bezeichnend,  ist Gltmmlloche' 
nur die Frucht der unter hellenischem Einiiusse erfolgten 
irViederbelebung längst gepliegtcr Wissenschaften und hier 
Crblühter und erstarkter Künste und Gewerbe. Denn 
keine Pflanzstadt Grossgriechenlands kann sich auch nur 
ähnlicher Erfolge in Kunst und Wissen, in Handel und 
Gewerbe rühmen; Alles fand eben hier urheimischen Boden, 
deshalb gedieh es und erwuchs dauernd. Und was hier 
gediehen, dessen Anfänge lassen sich im Nidlande zurück- 
verfolgen bis in's höchste Alterthnm, wo seine bis heute 
gefundenen letzten Spuren schon eine Vollkommenheit 
zeigen, die uns wohl berechtigen, die letzte Glanzperiode 
        

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