Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1839411
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Afzgyptanfs 
"ffclß" und 
"mcchznui- 
sehe" Künste 
Plastik und 
 Malerei. 
dicse Geschichte auch in's Reich der Mythe, so bestätigt 
sie doch unverkennbar den mächtigen Einfluss der weit 
vorgeschrittenen Nilthalbewohner auf die Nzichbarstiiinme 
und selbst ferner wohnende Völker. Aus vielen Gründen 
verheisst deshalb zunächst eine Nachforschung am Aus- 
gangsorte den meisten Erfolg. Wir können uns aber 
darauf nicht beschränken, sondern haben unsere Blicke 
weiter zu richten, um durch vergleichende Studien, so uns 
eine directe wie indireete Beweisführung siehernd, die 
Schlüssel zu fehlloser Lösung zu gewinnen; denn den auf 
Hellas ausgeübten und von dort weiterverbreitcten Einfluss 
vermögen wir erst dann in seinem ganzen [Umfange zu 
tiberschauen, wenn wir von seinen letzU-erkennbaren 
Aeusserungen uns auf Aegypton  und zwar durch Hellas 
 zurückgewiesen sehen. 
Das kulturelle Leben Aegyptens, dessen Vorgeschichte 
heute noch die Nebel der Vergangenheit deckt, hatte schon 
lange vor unserer Zeitrechnung eine solche Ausbildung er- 
fahren, dass eine noch weit zurückreichcndc Entwicklungs- 
periode angenommen werden muss. Wir finden schon 
zu Anfang der aegyptisehen Geschichte das Staatsleben 
wie die religiösen Einrichtungen wohl organisirt, und dem 
entsprechend blühen Gewerbe und Künste. 
In der Behandlung der Materialien, in jeder Art tech- 
nischer Fertigkeit, wie in der auf Grund tiefer mathematischer 
Kenntnisse beruhenden llIassvollendungÜ linden wir sie 
auf einer später kaum wieder erreichten, jedenfalls nicht 
übertroffenen Höhe. Die Plastik erhebt sich zu lebens- 
voller Darstellung, und auf dem Gebiete der Sehwesterkunst, 
der Malerei, erweisen sich die Nilthalbewohner technisch 
und zeichnerisch als Meister. Schreibend und inalend 
ziert der Miniaturist den Papyrus mit ltohrschrcibfcder 
und Pinsel, und des Malers Fleiss und Kunst schmücken 
den Mumienkasten, wie der Grabkainniern- und 'l'en1pel- 
iVände mit heute noch bestehenden Werken. Kurz, 
auf jedem Gebiete findet das in mehrfacher Technik Dar- 
gestellte vollendeten Ausdruck. So war es unausbleiblieh, 
dass dieses ebenso fest organisirte wie zähe Volkbei seiner 
staatlichen Machtstellung und der grossen geistigen Uebcr- 
legenheit auf andere Völkerschaften mächtigen Einfluss 
übte; weshalb auch seine directen wie indirecten Ein- 
Diodor,
        

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