Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1839380
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mit dem Wechsel der Kultusstatten und deren Hütung 
auch die Aufnahme und Piiege der Wallfahrer recht bald 
an Einzelne, wie dort zu klösterlichen Verbänden Zu- 
sammentretender übergegangen ist. Und gewiss gewinnt 
diese Meinung an Wahrscheinlichkeit durch die Mittheilung 
des Eunapius von Sardes, der zufolge bei dem grossen 
Einbruch der Gothen unter Alarich in Griechenland 
(396 n. Chr.) schon die Waldungen des Ossa und der 
Tlliernlopjylerr von Anachoreten stark bevölkert gewesen 
seien; um wicvielmehr ist dies von den legendenreichen, 
zum Klausnerleben günstiger gelegenen, ebenso unnahbaren 
wie poesievollen Waldöden und Wildbachsehluchten des 
Athos anzunehmen. Denn das Bedürfniss und der Hang 
zur NVeltflucht war damals gross, und keineswegs von nur 
lokaler Bedeutung. Doppelt wichtig ist hier deshalb das, 
was Georg Ebcrs bei Besprechung der Ausgrabung des 
Serapeums und der Apisgriiber auf Grund erhaltener 
griechischer Papyrus berichtet, denen zufolge sieh an das 
Heiligthnm des Gottes neben den Priesterwohnungen, 
Tempelschillen, Pilgerherbergen, Verkaufsbuden etc. etc. 
auch unscheinbare Zellen angeschlossen hatten, die des- 
halb Erwähnung verdienen, weil sie schon vor der Geburt 
des Heilandes von Klausnern, in strenger, selbstgewählter 
Einzelhaft lebenden Biissern bewohnt waren, in denen man 
die Vorläufer jener Weltiiberivinder der Thebais und des 
christlichen Mönchthums überhaupt erkennen mag.  S0 
linden wir in den grossartigen Mönchsansiedelungen auf 
dem Athos mit dem Bedürfniss die Üeberliefcrung der 
Mittel gesichert. 
Suchen wir nun bei der uns fehlenden schriftlichen 
Bestätigung des Gcbrauches trocknender Oele zu Mal 
Zwecken indirect zum Ziele zu gelangen, dann legt sich 
uns die Frageinahc, ob den Hellcnen, denn mit diesen 
haben wir zunächst zu rechnen, auch das erforderliche 
Material zugänglich gewesen ist; und dann, wann dies der 
F all war. Beginnen wir deshalb unsere Nachforschung 
mit dem bekanntesten der trocknenden Oele, dem vom Die 1mm- 
Lcin (Linum usitatissimum) gewonnenen Leinoel.  Des pflanze (gern. 
Lein's Produkt als Gespinnstlaiianzcß war den Griechen. Leitl) "nd 
schon zu Homer's Zeiten bekannt. Die Flachsfaser diente Ihre Produßta 
1) Hierzu sagt Plinius B. XIX. C. 1. "Beginnen wir also mit 
anerkannt Nützliuheln, was sich nicht allein über alle Länder, sondern 
auch über die Meere verbreitet hat, und zwar mit dem Loin"   
        

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