Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1839355
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alten Byzanz und in Italien, wo sich die Traditionen 
 naturgemäss leichter fortpflanzen oder wieder anknüpfen 
licssen, dass sich ebendort allein eine Oelmaltechnik zu 
Kunstzwecken erhalten hat, beweist, dass wir in jenen, 
byzantinischen Einfluss verrathenden Bildern, Aeusseriingcn 
einer ehemals in hoher Vollkommenheit geübten Maltechnik 
erblicken dürfen. Zu dieser Annahme drängt noch ganz 
besonders der Umstand, dass sich namentlich die Technik 
der in Italien entstandenen Kunstwerke als eine rohe, eine 
stagnirende, als eine der Weiterentwickelung unfahige zeigt, 
was uns erkennen lässt, dass wir es nicht etwa mit einer 
Erfindung, sondern mit ererbten, spärlichen Resten eines 
in seinem inneren Wesen nicht erfassten Verfahrens zu 
BCWM_1_Y11I15 thun haben. Denn wie sich die Erinnerungen der eben- 
 falls aus dem Altherthunie herübergeretteten Technik des 
Traditionen     
in ßyzanyh Malens auf dem Nassen, dem wirklichen Fresco, _w1e in 
Byzanzß) so auch in ltalien erhalten, so dürfen wir auch 
für das vorhin erwähnte Oelinalverfahren eine Weiter- 
vererbung annehmen. Zum vollen Beweise fehlt nur die 
direkte schriftliche Bestätigung der früheren Anwendung 
trocknender Oele zu Malzweeken. 
Dei-_Atlios in Mit Rücksicht auf die Wichtigkeit der in der unten 
 folgenden Anmerkung angeregten Frage, halte ich schon 
naher zeit; an dieser Stelle den Versuch einer Beantwortung derselben 
für unerlässlich. Es darf diese Frage unser Interesse um 
so mehr beanspruchen, als sich dieselbe nicht etwa mit 
jener nach dem Alter der heutigen Mönchsansiedelung 
deckt; denn für den Monte Santo (neugriechisch Öiyzow 690g) 2) 
oder den lil. Berg Athos liegt eine ganz besondere, eine 
dem gewöhnlichen Gange durchaus fremde Entwickelung vor. 
Die Geschichte, wie die uns vorliegenden Legenden be- 
zeichnen diesen weit in's Meer vorragenden, voni Lande 
durch eine quer über den schmalen lsthmus gelegte, steile, 
schwer ersteigliche, nadelholzbewaehsene Felsscliranke fast 
geschiedenen Ohersones, als einen schon in vorchristlicher 
Zeit hochbedeutungsvollen Wallfahrtsort. Er erscheint in 
1) Woher stammt sonst die Kenntniss der Benutzung von Harzen 
und trocknenden Oelen bei den Mönchen vom Berge. Athos? Siehe 
5. 29, 35, 42, 53 des Handbuches der Malerei vom Berge Athos. 
2) Die Türken schreiben: Aineros dschesiresi, die Halbinsel Aineros; 
Imzweifelhaft eine Verstümmelung der neugrieehisehexi Bezeichnung.  
Athos wurde im Alterthum bekanntlich auch Akte genannt. wie das 
heutige Kassandra. und Longos ehemals Pallene und Sithoniu hiessen. 
(Fallmerayen)
        

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