Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1839321
oder Blumen, fertig zu malen und dann einzufügen. 
(Worauf und womit malte  Auch die Landschaft hatte 
ihre Vertretung, und kamen selbst Naturscenen wie Ge- 
witter zur Darstellung.  Sollte uns Alles Dieses noch gebe, die 
nicht überzeugen können, dann fallt für die oben aus- Preise für 
gesprochene Annahme die uns gerühmte itussere Erscheinung, grießlfiiclle 
die Pracht der Werke gar schwer in die Wagschale. lualelew" 
Denn Plinius berichtet uns (XXXV), 86, dass Zeuxis 
zuletzt seine Werke, weil unbezahlbar, verschenkte. 
Parrhasios, dessen Theseus kanonisches Ansehen in der 
Kunst erlangt hatte, behauptet an den Grenzen der Kunst 
zu stehen, und lebt, weil ihm dies seine Honorare gestatten, 
Schwelgerisch und stolz wie ein Satrap. Neben Apelles 
stand Protogenes, den Apelles über jede niedrige Gesinnung 
äävhaben, selbst fbeäühmt Bgernacht läatte; äeinä: wilrriigen 
er (e, von sorga igem GISSG un emge en em atur- 
Studium zeugend, galten für unschätzbar. 1) 
Solche Werke konnten mit in Wasser und Gummi Beiläuügo Er. 
angeriebener Bhrbe oder einer Eitempera oder einer BGi-wähnung ver- 
mischung von Pergament- oder Fischleim, bder einer puren Msfgüßädftlllel" 
Beimischung von Eligelbz) zu erst-erwähntem Auflöse- und a  
Bindemittel nicht hergestellt werden. Es entbehren ja  
die Aquarellfarben unter Beimischung von Eigelb eines 
gewissen Schmelzes nicht, sind sogar einer weitgehenden 
ßteigerung fähig, reichen aber doch noch lange nicht hin, 
Jene uns berichteten Effecte zur Darstellung zu bringen; 
1) Nieias von Athen, dem Sohne des Nicomedes, welcher die 
Geisterbeschwörung des Ulysses nach der Schilderung des Homerus ge- 
malt, welche sich noch zur Zeit des Plinius zu Athen befand, bot 
Ptnlemäus I., König von Aegypten für dieses Gemälde sechzig Talente 
(I 208,080 Mark); der Künstler aber schenkte es seiner Vaterstadt. 
Ein Bild des Parrliasius von Ephesus (dessen Bliithezeit um den 
Anfang des 4. Jahrhunderts v. Chr. gesetzt wird), einen Erzpriester der 
Üybele (Arehigallus) darstellend, wurde vom Kaiser Tiberius um sechs 
Millionen Sesterzien I 844,900 Mark erworben. Ein kleines Bildchen 
desselben Künstlers, dessen Gegenstand sich bedauerlicherweise nicht gut 
näher beschreiben lässt, wurde von demselben Kaiser, welcher bei einer 
Erbschaft die Wahl zwischen einer bedeutenden Geldsumme und diesem 
Bilde hatte, ersterer vorgezogen. (Suetonius, 'I'iber. 44.) 
Augustus entnahm dem Tempel des Aeskillapius zu Kos eine 
auftauchende Venus von Apelles und erliess (lafiir der Stadt einen rück- 
ständigen Tribut von hundert Talenten 2 346,800 Mark.  Kurz, es 
sind für jene gepriesenen Werke schon Preise gezahlt werden, die das 
Vermögen ganzer Städte repräsentirten.  
2) Nur bei kalt-blauen Tönen hat man sich im Gebrauche des 
Eigelbs mehr zu bescheiden.
        

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