Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1839278
scheidet die trocknenden und nicht trocknenden fetten Üele; 
fast gleichzeitig spricht Diescorides darüber, und kennt der- 
selbe das Verfahren, die trocknenden Oele an der Sonne 
zu bleichen; auch erwähnt er bereits das zu den aetherischcn, 
den flüchtigen Oelen gehörende 'l'erpentin.') Aus den kaum 
ein Jahrhundert jüngeren Schriften des Arztes C1. Galenus 
erfahren wir das Bekanntsein von Trockenmitteln 2) 
sie nun gleich in diese Feste gezogen ist, so haben auch jetzt ihre An- 
beter sie noch nicht verlassen; sondern der eine auf einer Barke mit 
dunkelblaue-m, der andere mit vergoldete-m, andere mit anders 
buntbemaltem Vordertheil schwimmen herbei"      
Ausonius, (v. 309-392 n. Chr.) „navis picturis miris variegata." 
(K. E. Georges ausfiihrl. Laut-Deutsches Handwörterb. Fol. 230'233. 
Leipzig, 1880.) 
lQtllisthenes von Rhodos erzählt in seiner Geschichte Alexan- 
dria's von einem grossartigen lßleste, welches im November des Jahres 
285 vor Chr. zur Feier der Erhebung Ptolemäus II. (Philadephos) zum 
itlitregcxiten stattgefunden hat, welcher Bericht uns ebenfalls durch 
Athenaeus erhalten werden ist. Er beschreibt, wie auf einem von drei- 
hundert Männern gezogenen Wagen sechzig Satyren unter Silerfs Leitung 
bei Gesang und Flötenspiel Wein kelterten, diesem sei eine 'l'ruppe ge- 
folgt, welche feierlich die reichsten und zierlichsten goldenen, silbernen 
und kristallenen Gefasse und Vasen einhertrug; bei dieser befanden sich 
auch sechszehnliundert Kinder in weisscn 'l'uniken etc. etc. Und nun 
folgt in dem Berichte ein Satz, der uns besonders interessiren kann; es 
heisst nälnlich bei Athenaeus, lib. V. C. 7. Fol. 271: "Post hos alii 
pueri lagenas gestabant ad gustandum nrustum, viginti aureas, quinquzt- 
ginta argenteas, trecentas vero ceris pictas, variis colorum gene- 
ribus".  Von gemalten Vasen aus einer Katakombe AlexandriaÄs 
erzählt auch Minutoli; Abhandl. zw. Cykl. I. S. 184.  Dann lesen 
wir im sechsten Buche des Pausanias, c. 19, dass in dem von MyPOll, 
dem Tyrannen von Sieyexi um die dreiunddreissigste Olympiade ge- 
stifteten Schatzhause zu Olympia sich ein bemalter Schild niedergelegt 
lindet und lautet die Stelle wörtlich: "Auch ist daselbst ein mit Erz 
bcschlagener Schild mit „bunten Malereien auf der inneren Seite", nebst 
Helm und Beinschienen. Die Inschrift dieser Waffen besagt, dass die 
Myaner sie als Bestes der Beute dem Zeus dargebracht haben.     
Die Schriftzüge auf dem Schilde haben sich durch die Länge der Zeit, 
seit welcher er aufgestellt ist (also beiläufig achthundert Jahre), tief 
abgeschliffen." 
Ueber die Verwendung des Wachses zu Malzwecken linden wir 
uns auch durch Philostratus  in seinem Q3. Capitel 
"Narzissus" sagt: "Dich Jüngling hat nicht die Kunst getäuscht, noch 
haben Farben oder Wachs dich angezogen;    f" 
1) Näheres Anhang 4. 
2) Betreffend die Trockenmittel ist zu bemerken, dass  
nachweislich schon sehr frühe bekannt waren und die 'l'echnik in Be- 
reitung derselben sich als eine nicht gewöhnliche erkennen lässt.  
So haben schon die Aegypter bleiweisshaltige Pdaster gekannt; dem 
letzten pergainischen König Attalus IlI. (gest. 133 v. Uhr.) wird die
        

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