Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841595
ZÖÖ 
man den Sand, welcher die Farbe des Scharlachs habe, stosse, 
dann den Staub wasche und was zu Boden sinke, noch einmal 
wasche, dass auch in der Bereitung ein Unterschied obwalte, 
da Manche schon durch die erste Wäsche das Minium fertig 
machen, während bei Anderen in dieser nur ein blasser-er, bei 
der folgenden Wäsche aber ein farbigerer Ton gewonnen werde." 
Weiter heisst es C. 40: 1) "Nach Juba wird das Minium auch 
in Caramanien erzeugt, nach Timagenes auch in Aethiopien; 
aus keiner dieser beiden Länder aber wird es zu uns eingeführt 
und überhaupt fast nirgends woher, als aus Hispanien aus dem 
als Einkommenquelle des römischen Volkes so sehr berühmten 
sisaponensischen Miniumbergwerke in der bätischen Landschaft. 
Keine Sache wird sorgfältiger bewacht und das Minium darf 
nicht dort fertig gemacht und ausgesotten werden, sondern das 
Roherz wird in dem Betrage von etwa zehntausend Pfund jähr- 
lich versiegelt nach Rom gebracht, in Rom aber gewaschen 
und der Preis, damit man ihn nicht übermässig steigere, nach 
einer Verordnung auf siebenzig Sesterzien (etwa 11 Mark 24 Pf.) 
für das Pfund festgesetzt; es findet jedoch auf vielfache Weise 
Verfälschung statt, wodurch sich die Miniumgesellschaft bereichert." 
 2) „Es giebt nämlich in fast allen Silbergruben, desgleichen 
in den Bleigruben noch eine andere Art Minium, welchen man 
durch Ausbrennung   .  gewinnt, aber nicht aus jenem 
(Erze), dessen Eiter wir Quecksilber genannt haben!!!    
Mit diesem also wird das Minium in den Werkstätten der Ge- 
sellschaft verfälschtf)      Demnach haben wir es nicht 
mehr mit Minium, etwa einem minderwerthigen Zinnober, sondern 
mit jenem Bleiroth, dem Mennig (Bleitiberoxydul) als F älschungs- 
mittel zu thun! Diese Art der Verfälschung erhält auch durch 
Vitruv eine zweifellose Bestätigung. Der eben Erwähnte erzählt 
nämlich im neunten Kapitel des siebenten Buches, wie der 
Notar Faberius auf dem Aventin, seinem Hause einen vornehmen 
Anstrich zu geben, alle Wände mit Zinnober habe streichen 
lassen, doch sei dieser Anstrich schon nach dreissig Tagen so 
fleckig geworden, dass er ihn mit einem weniger vornehmen 
Anstrich zu vertauschen sich gezwungen gesehen habe. Jeden- 
falls ist der arme Notarius das Opfer jener Zinnober-Fälscher 
geworden. Denn hätte die Farbe einen Zusatz von gemahlenem 
1) Da nach Plinius der Preis für Bergzinnober (minium) 70 Se- 
sterzien (etwa I1 Mark 24 Pf.) betrug, dagegen der beste Mennig 6 
Denare (etwa 3 Mark 40 Pf.) kostete, so weist der Preisunterschied 
schon auf die Möglichkeit der uns mehrfach versicherten Nilsclilillg 
durch Mennig.
        

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