Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841588
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führte zu Unzrlträglichkeiten aller Art, weshalb eine weitere 
Durchforschung zur Richtigstellung der Texte nur von Vortheil 
sein kann.  Plinius spricht B. XXXIII, C. 31, von der Ge- 
winnung des Silbers, und sagt: „Es wird fast in allen Pro- 
vinzen gefunden, am schönsten aber in Hispanien        
Kapitel 32 bemerkt er: „Es findet sich auch in diesen Adern 
ein Stein, dessen ewig flüssiger Eiter Quecksilber (Argentum 
vivum, Mercuritis vivus) heisst. Dieses ist ein Gift für alle 
Dinge und zernagt die Gefässe, indem es mit seiner abscheu- 
lichen Jauche durchsickert    f"  (C. 36): „In den Silber- 
gruben wird ferner das minium gefunden, welches auch jetzt 
unter den Farben ein grosses Ansehen hat und einst bei den 
Römern nicht nur in der grössten, sondern sogar in heiliger 
Achtung stand    f" (C. 37): "Theophrastus berichtet", so 
fährt Plinius fort, "dass neunzig Jahre vor Praxibulus, dem Ober- 
haupte (Archontenl der Athenienser, welche Zeit in das vier- 
hundertundneununddreissigste Jahr unserer Stadt (315 vor Chr.) 
fällt, das minium von dem Athenienser Callias, welcher anfangs 
aus dem rothen Sande in den Silbergruben Gold aussieden zu 
können glaubte, entdeckt wurde und dies der Ursprung desselben 
sei, dass es sich (das minium) aber auch schon damals in 
Hispanien, jedoch nur in hartem und sandigem Zustande, des- 
gleichen bei den Colchern      und dass man den besten 
oberhalb Ephesus auf den cilbianischen Feldern gewinne, indem 
in die Arzneien mischt, obgleich dieser, (der Zinnober) ein Gift ist    
-Wichtig ist es eben hier noch zu hören, was Dioseeridesik) (de medic. 
mat. Lib. V. C. 59) über Cinnabaris sagt, der sich, wohl mit Rücksicht 
auf das schon von Plinius Erwähnte fast mit einer gewissen Heftigkeit 
äussert, indem er beginnt: "Hallueinantur qui einnabarin minio eandem 
esse existimant. Minium enim in Hispaniis ex lapide quodam argenteae 
arenae permisto, temperari solet, alioqni non dignoscitur. Fornacibus 
autem in iiorentissimum flagrantissimumque eolorem permutatur    
"Cinnabaris vero ex Aphrica defertlzr, et magno eonstat    In dieser 
zu Frankfurt im April des Jahres 1549 erschienenen Ausgabe des Dies- 
eorides") finden sieh unter den dem Werke beigegebenen Anmerkungen 
des Valerii Cordi auch die folgenden: "Cinnabaris Ca. LIX. Cinna- 
baris sine dubio est gummi sive exiccatur ille rubeus sueeus, qui in 
Pharmaeopoliis sanguis Draconis appellatur    "Minium. Minium, 
eujus hoc eapite meminit Dioscorides, vena. est, ex qua. Argentum vivum 
conficitur, et alio vocabulo etiam ävögaf, a eolore vocatur, Germanis 
Bergzinober et Quecksilberertz nominatur. Quod hodie ubique Minium 
a Pharmacopolis, et Germanis Menge dicitur, minime verum est Minium, 
sed sandieis species, neque Imquam ex eo Argentum vivum fieri potest, 
quod Minio proprium est. 
i) Pedanii Dioscoridis Anazarbei, de medicinali materia libri sex, Joanne 
Ruellio Svessionensi interprete.  Francoforti, apud Chr. Egenolphum. 1549.
        

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