Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841546
einiger weiteren Stellen aus Plinius und Anderen zu rechtfertigen. 
Mag das Wort minium nun Gattungsname gewesen sein oder 
auch zur Bezeichnung einer Art gedient haben, mag es auch 
selbst für das Eine wie das Andere angewandt worden sein, 
soviel ist unzweifelhaft, dass es nicht gleichzeitig auch als Be- 
griff ganz ungleichartiger Stoffe gedient haben kann. Es gibt 
aber Solche, die minium für rtilzog, Bergzinnober, also Schwefel- 
quecksilber, lesen, daneben aber auch Mennig, sandaraca, künst- 
liehen Sandarach (Bleiüberoxvdul), Bleiroth (bei Plinius schon 
Bleipurpur genannt), darunter verstehen; damit aber nicht genug, 
auch noch Rubrica (Bergroth), Sinopisroth (armenischen Bolus) 
und eine Art Eisenocker damit zu bezeichnen nicht beanstanden. 
Die Verwirrung noch zu vergrössern, lesen wir (Böckh a. O. 
S. 97): „Cinnabari 1) (im Sanscrit chinavari) bedeutet wirklichen, 
theils natürlichen, theils künstlichen Zinnober", aber auch eine 
andere Indische Waare, wahrscheinlich aus Drachenblut, fügt 
Müller bei.  John bemerkt zu dieser Namenverwirrung: „In 
neueren Zeiten sind durch falsche Begriffe der Namen Miltos, 
Erythrosf) Minium und Rubrica, welche insgesammt rothe Farben 
sind,     .  unangenehme Verwechselungen entstanden.  
Aus allem ergiebt sich,    dass Minium der alten Römer und 
     Miltos der Griechen unser Zinnober sei, dass aber aus 
Unkunde oft andere rothe Mineral- und andere Farben damit 
verwechselt worden,  .     dass vorzüglich drei verschiedene 
Körper hier in Betracht zu ziehen sind,       die als drei 
wesentlich verschiedene Körper bei den Alten drei verschiedene 
Namen führten; denn der Alten Minium ist unser Zinnober, 
der Alten Cinnabaris ist unser Drachenblut, und der Alten Cerussa 
usta (gebranntes Bleiweiss) und Sandaraca artificialis sind unser 
Mennig."  Die Entstehung des Wortes Minium bietet uns zur 
Aufklärung dieser gewiss überraschenden Namensverwirrung wenig 
Anhalt; folgen wir Justinus de Hispania (B. 44,  dann ist 
das Wort schon ein sehr altes, da nach dem Genannten der in 
der Provinz Galicien entspringende Minius schon nach dem an 
seinen Ufern häufig vorkommenden Minium genannt worden sei. 
Bei Vitruv, Plinius, Seneca und Anderen finden wir das Wort 
für ein in der Natur gefundenes Mineral gebraucht, und die von 
Carl Ernst Georges (ausführl. lat. deutsch. Handwörterbuch) unter 
1) uruvzißago und xwvdßagzg. 
2) Von Parrhasius von Ephesus und Nikomachns, welch' ersterer 
um den Beginn, letzterer ein Zeitgenosse des Protogenes, um die Mitte 
des 4. Jahrhunderts v. Chr. blühte, bemerkt Plinius (B. XXXV, C. 21) 
ausdrücklich, dass sich dieselben der Eretriaerde aus Euböa bedienten.
        

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