Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841528
man, welches Holz zu Bildtafeln auszuscheiden, welches zu ver- 
wenden ist. Man sehe weiterhin Vitruv II. B. G. 9 (Das Bau- 
holz) und C. 10 (Die Obermeer- und die Untermeer-Tanne). 
Zur Zeit malte ich drei Bilder auf etwa 7 mm starke 
Zinkplatten; diese erhielt ich aus der Fabrik mit einer hellen, 
blanken und einer grün-braun angelassenen Seite. Ich benutzte 
nun die der Oxydation leichter ausgesetzte blanke Seite zur 
Anbringung des Malgrundes. Um sicher zu gehen, schlug ich 
folgendes Verfahren ein. Ich verletzte die Schneide eines ge- 
wöhnlichen, aber etwas kräftigen Schreinerhobels derart, dass 
derselbe allenthalben unregelmässige Späne ab- und einriss; so 
liess ich die Platte nach allen Richtungen hin bearbeiten, hier 
den überflüssigen Grad mit einem sogenannten Kaltmeissel ab- 
schlagen, dort kleinere Erhöhungen beiklopfen. S0 schaffte ich 
mir für meinen vorsichtig bereiteten Malgrund eine unlösbare, 
mechanische Verbindung. Die Rückseite war, wie oben erwähnt, 
durch ein mir damals unbekanntes Verfahren gegen Oxydation 
geschützt.  Später erhielt ich dann von befreundeter Seite 
das Rezept einer Beize, mittelst deren man Zinkbleche für die 
Annahme eines Oelanstriches dauernd befähigt und somit, wenn 
erwünscht, von allen Seiten gegen Oxydation schützen kann. 
Selbst bei Anwendung der Beize möchte ich doch eine wie oben 
beschriebene Bearbeitung der Platte zum Zwecke einer Schaffung 
rein mechanischer Haftpunkte für den Malgrtind anempfehlen, 
wodurch eine doppelte Art der Verbindung zwischen Grund 
und Platte erreicht wird; ein Verfahren, welches alsdann die 
weitestgehende Garantie bietet.  Das von Professor Böttger 
im Jahre 1868 veröffentlichte Rezept zur Herstellung einer 
Beize, Zinkbleche zur Annahme eines festhaftenden Oelfarben- 
anstriches vorzubereiten, hat folgende Zusammensetzung: „Man 
löst in 64 Gewichtstheilen Wasser, dem man zuvor 1 Gewichts- 
theil concentrirte Salzsäure zugesetzt, 1 Gewichtstheil Kupfer- 
chlorid (krystallisirt), dann 1 Gewichtstheil salpetersaures Kupfer- 
oxyd (krystallisirt) und 1 Gewichtstheil gepulverten Salmiak". 
Wird ein blankes Zinkblech mit dieser Beize vermittelst eines 
breiten Pinsels gleichmässig überstrichen, dann erscheint zunächst 
ein tiefschwarzer Ueberzug, der nach erfolgtem Auftrocknen an 
der Luft in etwa 24: Stunden eine dunkele, schmutzig-graue 
Färbung annimmt.  Die so hergestellte Beize hat die Eigen- 
schaft, bei ihrer Berührung mit metallischem Zink dessen Ober- 
fläche in eine dünne Schichte von basischem Ghlorzink und 
gleichzeitig in sogenanntes amorphes Messing zu verwandeln.
        

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