Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841422
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Dallaway, der um den Beginn dieses Jahrhunderts als Kaplan 
und Arzt bei der Brittischen Gesandtschaft in Constantinopel 
angestellt war, spricht im 26. Abschnitt „seiner Reise nach 
Constantinopel und der umliegenden Gegend" (Chemnitz, bei 
G. Fr. Tasche 1800) auch von der Ronieika oder dem Neu- 
griechischen, und sagt, dass zunächst mit der Neubesiedelung 
des alten Byzanz unter Constantin die altgriechische Sprache 
durch den Zuzug aus Rom viele Latinismen empfangen habe, 
dass dann bei der Slaveninvasion die Landessprache nicht un- 
beeinflusst geblieben; wird wohl keines Nachweises bedürfen; 
Später machten sich französische und venetianische Einwirkungen 
geltend; und durch die, jene wieder verdrängenden Osmanli 
kamen türkische Wörter und Phrasen in die Sprache. So stark 
diese Umwandlungen auch auf viele LEbGUSäLISSGTUIIgGII des Volkes 
der Hellenen gewesen sind, eine Aenderung des Volkscharakters 
haben sie so wenig bewirkt, als die Slavisirung Griechenlands 
eine Ausrottung der peloponnesischen Bevölkerung bedeutet. Denn 
Dallaway sagt: „l)enn so erniedrigt die heutigen Griechen immer 
sind, so wird doch jeder, der sie kennt, eingestehen müssen, 
dass die Natur noch eben so viel als ehedem in sie gelegt hat, 
wenn nur die politischen Verhältnisse und eine glücklichere Ver- 
bindung von Umständen gestatteten, dass ihre Talente sich ent- 
wickeln könnten". Wichtiger ist aber noch, dass Fallmerayer 
sich selbst (Cap. IV. seines ersten Theiles der Gesch. der Halb- 
insel Morea) genöthigt sieht zuzugeben, dass das Griechen- 
thum in den Küstenstädten von Süd-Slavinia oder Alt- 
Griechenland auch in den allertraurigsten Zeiten fast 
unberührt erhalten geblieben ist und eine Thatkräftigkeit 
bewahrt hat, die Dallaway zu der eben gebrachten Aeusserung 
voll und ganz berechtigt. Fallmerayei" berichtet nämlich, ge- 
stützt auf den Bericht eines Augenzeugen, des Mönches Theo- 
phanes aus Constantinopel, wie unter lrene, Staurakius um das 
Jahr 783 mit zahlreichem Angriffsheere durch Thessalien und 
Hellas bis in den Peloponnes- siegreich vorgedrungen sei; und 
ein glänzender Einzug im Januar des folgenden Jahres zu Con- 
stantinopel, bei dem die gefangenen Slavenfürsten aus Morea 
Zur Schau geführt wurden, bestätigen den für die Byzantiner 
günstigen Verlauf dieses Feldzuges.  „Vor diesem Einfalle der 
Byzantiner", so sagt Fallmeraiger, "hatten die Moraiten, wie es 
scheint, mit ihrem Loose zufrieden, die griechische Bevölke- 
rung der Küstenstädte nicht besonders angefochten. 
Mit ihrem Schaden hatten sie nun die Ueberzeugung geschöpft, 
dass die Behauptung ihres neuen Vaterlandes doppelt schwierig
        

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