Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841419
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Sprache" geändert, trotzdem die Gl-iecnen nnr einen verschwindend 
kleinen Bruchthcil in dem Gewimmel der die Siebenhügelstarll. 
erfüllenden fremden Elernentenl) augmachtgn, die, den Worten 
jenes Dichters zufolge, Rom Sinn Selbst zu entfremdcu drohten, 
denn er sagt: „Es ist ja der Syrer Ol-ontes längst in den Tiber 
geströmt".  Die Unrichtigkeii der Annahme Fallmcrayers, der 
„v0n dem Untergange der peloponnesischen Hellenen und einer 
Wiederbevölkeruilg des leeren Bodens (lumh slavische Volks- 
stämme" spricht, ist nicht treffender zu widerlegen als durch 
die einfache, unbestreitbare Thatsache, dass noch zur Stunde 
die vierundzwanzig Buchstaben des altgriechischen Alphabetes 
auch den Neugriechen dienen. Und ist die Aenderung in der 
Sprache überhaupt etwa so gross? 
Man bedenke nur die Wandlungen, die über das Land da- 
hingegangen! Für die systematisch erfolgten Ausraubungen und 
diese begleitenden Zerstörungen des Nichtfortführbarcn, liessen 
die eingedrungenen Ganz- oder Halbbarbaren einige Rudimente 
ihres Sprachschatzes oder auch ihres Jargons zurück, was der 
ererbten Sprache ihre nunmehrige Gestaltung gegeben hat. 
"Die neugriechische Sprache", sagt Dr. A. Vlachos in seiner 
Vorrede zur Elementar-Grammatik der neugriechischen Sprache 
(Leipzig, F. A. Brockhaus 1871), „ist nichts anderes, als eine 
durch historische Umstände herbeigeführte Metamorphose des 
altgriechischen Idioms; ihre gründliche Erlernung setzt also noth- 
wendig die Kenntniss der Ursprache voraus".     Wie ver- 
trägt sich das aber mit Fallmerayers nöthig gewordener "Wieder- 
bevölkerung des peloponnesischen leeren Bodens"?  Sir James 
1) Es gebe kein so fremdes und barbarisches Volkfk) heisst es in 
einer poetischen Schilderung der domitiankschen Zeit, aus dem nicht 
Schaulustige nach Rom gekommen seien. „Da war der Ackerwirth vom 
Fuss des Balkan, der von Pferdemileh genährte Sarmate, der Bewohner 
der Nilquellen und der Gast vom Ufer des Weltmeers, neben Sabäern 
und Arabern Sicambrer. die Haare auf dem Scheitel in Knoten gebunden, 
und krausköpiige Neger," die unter dein verweichliehenden, dazu das 
Niedere im Menschen entfesselnde Treiben gewiss keine die Heimath 
sehmiickenden Sitten brachten, sondern der Ziigellosigkeit anheimfielen, 
und nur den Schlamm, um mit Jnvenahzu sprechen, vergrösserten.  
Und in dieses Völkerchaos, in diese zersetzend wirkende Masse fern- 
hergeführtei" unterjochter Völker und die mit allen Lastern fremder 
Barbaren heimgekehrten Soldateska:  "Remis Stolz und Macht"  
drang, wie providentiell, einem Bröcklein Sauerteig vergleichbar, regene- 
rirend hellenischer Geist, die widerstrebensten Elemente umgestaltend 
und einigend. 
i") Lib. spectac. 2. (Weiteres bei Ludw. Friedlaender, Darstellungen aus der 
Sittengeschichte Roms. Leiuzig. Verlag von S. Hirsel 1864.) Man sehe auch Dio 
LXXVIII, 2a; Ovid, A. A. 1, 17a
        

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