Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841399
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Gebäuden finden wir in die Anlagen des neuen Reichs aufge- 
nommen und verwerthet." Braun geht dann inls Einzelne über, 
und verfolgt diese Reste in Aegvpten, welche er mit jenen der 
ältesten griechischen Tempel in Vergleich stellt. Er zeigt die 
mathematische Entwickelung des ägyptischen Pfeilers, deren 
System er dann an den Tempeln zu Selinunt und zu Svraktls, 
am Poseidontempel zu Pästum, auf Kap Suniuin in Attika, auf 
der Akropolis von Asses, auf der Insel Aegina, und auf der 
Akropolis zu Athen, wo die Mauer an der Nordseite auf ganze 
Reihen alter Situlentrommeln ruht, die wahrscheinlich von einem 
älteren Parthenon herrühren, naehweist. Neben dem Schaft der 
Säule forscht er weiter nach dem Herkommen, dem Ursprung 
jener kreisrunden, schwellenden Zwischenform, dem dorischen 
Kapital, zwischen dem Schaftende der Säule und dem Abakus, 
der Deckplatte des Kapitals, welche den Uebergang von diesem 
zur Last vermittelt. Auf Seite 313 u. w. finden wir dann die 
Beantwortung dieser Frage, wie auch jene nach dem ander- 
weitigen und früheren Auftreten des glatten dorisehen Architrav, 
der Triglvphen, des Giebels wie der sogenannten Tropfen ein- 
gehend behandelt, welche uns die Herübernahme aus Aegvpten 
durchaus glaubhaft erscheinen lassen.  Fallmerayer kommt in 
seinen „Kritischen Versuchen" bei Besprechung vorerwtihnten 
Werkes zu der Frage: „Aber  denkt man hie und da  
was bleibt für den Erfindungsgeist der genialen Hellenen übrig, 
wenn sie Alles, was das Dasein ziert, wenn sie Glauben und 
Wissen, Götter und Künste aus Aegvpten    erhalten haben? 
   es bleibt ihnen der Ruhm", sagt der eben Erwähnte, "das 
Von aussen Empfangene veredelt und bis auf die höchste Stufe 
der Vollendung gebracht zu haben, ungeschmälert". 
Diodor sagt B. I. G. 96: „Die ägyptischen Priester nennen 
unter den Fremden, welche, nach den Verzeichnissen in den 
heiligen Büchern, ihr Land besucht haben, den Orpheus, Musäus, 
Melampus, Dädalus; ferner den Dichter Homer, den Lykurg von 
Sparta und Solon von Athen, und den Philosophen Plato; ebenso 
den Pythagoras von Samos und den Mathematiker Eudoxus; 
ferner den Demokrit von Abdera und Oenopides von Chios. Von 
allen diesen Männern weisen sie noch Spuren auf, entweder ihre 
Bildnisse, oder Orte und Gebäude, die nach ihnen benannt sind. 
Aus der Vergleichung Dessen, was Jeder in seinem Fache ge- 
leistet, führen sie den Beweis, dass die Griechen Alles, wodurch 
sie sich unter ihrem Volk so berühmt gemacht, aus Aegypten 
entlehnt haben." (Hier sei noch auf die Seite 23 schon gebrachte 
Anmerkung verwiesen, die in der Fortsetzung obigen Citates
        

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