Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841388
217 
zu bezeichnenden Technik gelangen liess und Jeden hierzu ge- 
langen lässt, der, wie gezeigt, die Zeugnisse der Alten mit 
Sorgfalt sammelt und erwägt.  Bei der für uns zunächst 
erforderlichen weiteren Umschau genügt es, an dieser Stelle den 
Weg vermerkt zu haben; diesen weiter zu verfolgen, muss ich 
mir vorbehalten. 
Mit der Erkenntniss der Zusammengehörigkeit, der innigen 
Verbindung, welche die eingangs gedachten Künste: die Malerei 
und die Skulptur als Sc-hwesterkiinste zu bezeichnen gestattet, 
und weiterhin ihre Bestimmung: die Architektur zu ergänzen 
uns bestätigt, ein Verhältniss, welches auch bei vereinzeltem 
Auftreten der erwähnten Künste im Wesentlichen nie als auf- 
gehoben betrachtet werden kann, gelangen wir mit Naturnoth- 
Wendigkeit zu dem Schlusse, dass die an anderer Stelle schon 
betonte Vererbung der Verfahren und der erforderlichen Mittel 
auch hier zu erkennen ist, indem nur bei der Annahme einer 
steten Fortvererbung, eine gleich verfolgbar-fortschreitende Ent- 
wickelung denkbar ist. 
Hierzu mögen die Ausführungen des Dr. Julius Braun (Privat- 
doeent fiir Archäologie und alte Literatur an der Universität 
Heidelberg) Erwähnung finden, die derselbe in seinen "Studien 
und Skizzen aus den Ländern der alten Kultur" (Mannheim, 
Verlag von Bassermann 8a llifathy, 18541) unter Kapitel XI  
„Entwicklung der dorischen Architektur aus Aegypten   f"  
niedergelegt hat. Er sagt Seite 308 u. w.: „Trotz der un- 
zweifelhaften geistigen Verklärung eines Tempels, wie des Par- 
thenon, halt.en wir's nicht für eine Sünde, zu fragen, woher er 
denn eigentlich seine Formen, gerade diese dorischen Formen 
bekommen hat?     Zu glauben, dass dieser dorische Tempel 
ganz und fertig, wie die Göttin Athene aus des Vaters Haupt 
hervor-gesprungen, erklärt der Genannte als eine historische 
Ignoranz, und sagt: „Wir glauben vielmehr, dass man müsse 
suchen gehn in der Historie, und wenn wir ganz dieselben 
Formen anderwärts bei älteren Völkern wiederfinden, oft in ganz 
anderer Verbindung, also zu ganz anderem Zweck,   .    
dann werden wir nicht anstehn zu erklären, dass dieser griechische 
Tempel seine Formen von auswärts gesammelt hat oder auswärts 
schon vorhanden war.  In der That, wir finden, dass der 
dorische Stil der Stil des ägyptischen alten Reiches war,    
Zwar giebt es nur wenig erhaltene Beispiele aus jener Zeit, 
wie die Gräbergrotten von Beni Hassan, die allerdings ihre Fels- 
facade auf den dorischen Säulensehaft stützen und den dorischen 
Giebel andeuten  aber zahlreiche Trümmer aus jenen älteren
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.