Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841360
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mraus. Dem Grunde, welcher Artl) er auch war, 0b Holz, 
Elfenbein, gebrannter oder ungebrannter Thon, Alabaster, Mar- 
mor, Speckstein, Glas, Metalltafeln: Silber, Kupfer, Zinn, Blei 
u. s. w., oder Leder, Pergament, Leinwand, Kattun, Taffet, Papier 
(aus Lumpen), Palmblätter oder was auch immer, ihm gaben 
die Alten durch einen Wachsüberzugf) der in jeder beliebigen 
Farbe herstellbar war, eine untadelhafte Ebene, und erhielten 
dadurch eine Bildfläche, welche an Glätte und Sauberkeit nichts 
zu wünschen übrig liess. Diesem Grunde entsprach auch das 
Phil. Iconuin lib. II in Telis. "Eine Spinne, so fein gearbeitet, 
und ilach der Natur vorgestellt,  selbst ihre Fäden so zart und mit 
so Viel Mühe gemalt zu haben, beweist den guten und im Ausdruck 
vortrefflichen Künstler." 
Phil, Iconum lib. II in Venere. „Die YViese um die Kleider 
herum, deren Farben und ihre Abwechselungen vortrefflich nach- 
geahmt sind." 
"Vornehmlich bewundere er an dem goldenen Kleide dieser Göttin 
die feine Nath, welche sich eher empfinden als sehen lässt " (Phil. Jun. 
in Ludibunrlis.) 
"Gebt mir die Kunst des Zeuxis und die Erfindung des Parrhasius", 
ruft Hirnerius. 
„Manches ist grösser, als dass es das Maass der menschlichen 
Rede fassen könnte", so heisst es bei Quinitil. Declam. XIX. 
 Ueber gemalte Gefasse von Chalcedon spricht Martial. XIII, 107. 
"Auch färbt der Aegypter Silber", schreibt Plinius (XXXIII,  
"um auf den Gefässen seinen Anubis zu sehen; er malt das Silber, und 
gräbt es nicht aus      f" 
Es gab gemalte Schilde; (Virgil. Aeneid. VII, V. 796), wo es 
hcisst: „    und schildbemalte Labicier". Servius erklärt diese Stelle 
und bemerkt, dass es die Schilde Derer gewesen, die sich im Kriege 
wohl gehalten.  Nur die Schilde tapferer Soldaten waren bemalt, die 
der jiingern Mannschaften und jene der 'I'rä.gen nicht.  Daher der 
Ausdruck: Unberiihmt mit weissen, das heisst unbemalten Schilden." 
Auch sehe man hierzu Vegetius lib. II de re Milit. C. 18. 
Auch bezeugt dies in den ersten Zeiten der christlichen Kaiser 
Prudentius (lib. 1 eontra Symmachum): 
„   . ,   Clypeorum insignia Christus 
Scripserat, ardebat summis crux addita rristis." 
Die alte Praxis, auf Leder zu malen. und diesen Untergrund in 
unverwiistlicher WVeise zu befestigen. erkennen wir aus der Schedula 
diversarum artium des 'l'l1eophilus Presbyter.  Auch Heinrich Heine 
scheint sogar Kenntniss von dieser gewiss viel angewandten Art von 
Maluntergrund gehabt zu haben, da er singt: 
„I1n Dom da steht ein Bildniss 
"Auf goldenem Leder gemalt; 
"In meines Lebens Wildniss 
"Hat's freundlich hineingestrahlt." 
(Buch der Lieder S. 184.) 
2) Man sehe hierzu die Anmerkungen auf S. 45 u.w. dieses Buches.
        

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