Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841332
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Anwendung von Farbe, der Wachstafell) mit dem Gemälde er- 
kennen lassen, die Annahme gerechtfertigt, (lass eben das Wachs 
als ein unersetzbares Mittel zur Bereitung der benöthigten Farbe 
selbst Uneingeweihten bekannt war und deshalb als ein, die 
damalige Farbe charakterisirencler Bestandtheil zu betrachten 
bleibt.  Bei einem Vergleiche zwischen der Aehnlichkeit der 
Bestrebungen des Malers und der des Dichters, zeigt F ranciscns 
Junius (B. I, C. 4:) zunächst an verschiedenen Beispielen, wie 
der von den Aegyptern herrührende, und von bewährten Schrift- 
stellern der Griechen wie Lateiner angenommene Gebrauch, 
durch schreiben und malen (scribere et pingerehz) die gleiche 
'l'hätigkeit zu bezeichnen. Diese Gepflogenlieit soll nach Ammianus 
Marcellinus (lib. XVII) daher rühren, weil die Aegypter ihre 
Schrift gemalt, indem sie die sonst geschriebenen Buchstaben 
durch Bilder, eine Bilderschrift, die Hieroglyphen ersetzten. Diesen 
für die weiteren Untersuchungen nothwendig zu kennenden Sprach- 
gebrauch mögen die unten angeführten Stellens) belegen. Neben 
"Auf vortrefflichster der Maler, 
Auf und schildre, Preis der lllaler, 
Meister in der Kunst der Rhoder, 
Schildre mein entferntes Mädchen, 
Wie ich es besellreiben werde. 
Male mir vor allen Dingen 
Zarte rabensehvvlarze Haare; 
Und wenn es das Wachs gestattet, 
Male sie auch etc. etc. 
I5 
Welche Anforderungen oder welche Erwartungen der Besteller dann 
an das Bild knüpft, erkennen wir aus den beiden Sehlusszeilen der 
vierunddreissig Zeilen haltenden Ode, die da lauten:  
Geh jetzt hin. Ich seh mein Mädchen. 
WVirst du, Bild, nicht auch bald reden?" 
1) Man sehe hierzu Anmerkung (3) auf Seite 213. Auch sehe 
man bei Franeis. Jun. (lib. II. G. 8, p.  wo es heisst: "Ich habe 
nicht      die Weise der Könige nachgeahmt; nicht ein Gemälde 
brantwerben lassen,      Noch      die mit so schweren Pflichten 
verbundene Ehe nach dem Rathe eines betrügliehen WVaehses geschlossen." 
"Non ego luxnriam Regum, moremqne seeutus 
Qnaesivi vultum tabulis, ut nnntia formae 
Lena per innulneros iret pictura penates. 
Nee variis dubilnn thalzunis leeturus annorem, 
Ardua eonnnisi fnlsae connubia cerae." 
(Olaudianus, de. Nuptiis Ilonorii et Marine; V. 23.) 
2) Franc. Jun. B. I. C. IV. p. 28. 
3) 1. Statius I Sylvaruln, in Equo Domitizxni, V. 102. 
„    Apelleae euperent te seribere eerae.
        

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