Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841259
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Meisten haben „Harnische von Leinwand", wenige bedienen sich 
der Netzpanzer und der dreischweifigen Helme, die Uebrigen 
gebrauchen Helme von Sehnen. Die Fussgänger haben auch 
Boinschienen („plerique lineis, rari loricatis utuntur thoracibus, 
aut tres cristas habentibus galeis, caeteri nervis contra ictus 
firmatis aspidibus utuntur"    (Strab. geogr. cum notis Casan- 
boni, Amst. 1707, Lib. III, p. 231).  Pausanias sagt  I, 
C 21, S. 71): „Die leinenen Panzer.   leisten auf der Jagd 
gute Dienste; denn die Zähne der Löwen und Pardel stumpfen 
sich darin ab. Leinene Panzer kann man sowohl in andern 
Heiligthümern sehen, als in dem Grvneum, wo Apoll einen sehr 
schönen Hain hat    
Ein weiterer Beweis dafür, wie man schon frühe die Pflanze, 
den Lein, erforscht, geht aus des Pausaniasl) Bericht über den 
Minerva-Tempel auf der Akropolis zu Athen hervor. Er sagt, 
dass jene goldene Lampe, welche Kallimachus der Göttin ver- 
fertigt, ein volles Jahr hindurch Tag und Nacht unberührt weiter 
zu brennen vermöge. „Denn hat man die Lampe mit Oel gefüllt, 
so wartet man, ehe man sie wieder füllt, bis zu demselben 
Tage des folgenden Jahres. Der Docht in derselben ist von 
Karpasischem Flachse, welches, wie bekannt, der einzige Flachs 
ist, den das Feuer nicht verzehrt." 
Da wir uns bei dem noch herrschenden Mangel an erschö- 
pfenden, die Verhältnisse klar darlegenden Nachrichten fast allein 
auf eine indirecte Beweisführung angewiesen finden, so dürfen 
auch scheinbar geringfügigere, selbst ferner liegende Nachweise, 
welche auf eine dauernde, alt-hergebrachte Verwendung der für 
uns in Frage kommenden Stoffe zu schliessen gestatten, nicht 
übersehen werden. Durch Fallmeraver erfahren wir  VI, 
S. 189 seiner Fragmente aus dem Orient), dass in den feuchten 
Niederungen und wasserreichen Thalungen von Kolchis, Hanf 
und Flachs zu einer in Deutschland ungekannten Höhe und 
Ueppigkeit emporschiessen, was namentlich dem östlich von 
Trapezunt gelegenen pomeranzenreichen Riseh eine Quelle un- 
versiechbaren Reichthums sichert. Die dem Flachsbau so 
günstigen klimatischen Verhältnisse wie jene den Anbau des 
Leins fördernde Bodenbeschaffenheit führten dort nachweislich 
schon in sehr frühen Zeiten zu einer ausgedehnten Verwendung 
in der'Weberei.2) Und so finden wir neben Herodots erschö- 
1) B. I. C. 26. 
2) Diese, wie auch der Flachsbau sollen ebendort ägyptisches Erbe 
sein. {Ierodnt erklärt dies im II. Buche, C. 104 daraus, dass die Kolchier 
Abkömmlinge der vom Heere des Sesostris zurückgebliebenen Soldaten
        

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