Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841138
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harziges Holz verstanden wissen will. Daraus geht aber deutlich 
hervor, dass man damals harzhaltiges Holz als solches von 
anderen Hölzern unterschied, und dass man das diesen Hölzern 
entquellende Harz sammt seinen schätzbaren Eigenschaften wohl 
kannte. Diese Annahme findet im 2. Buche Mosis (Exod) C. 2, 
V. 3 ihre Bestätigung, denn die Worte genannter Stelle lauten: 
„Und da       nahm sie ein Körblein von Rohr und ver- 
klebte es mit Harzl) und Pech, und legte das Kindlein hinein, 
und setzte es in's Geröhr am Ufer des Flusses".  Dem Pech 
als Produkt eines harzhaltigen Holzes begegnen wir in der 
heiligen Schrift, soweit mir bekannt ist, jedoch erst im Buche 
Daniel C. XIV, V. 26. Bis dahin gebraucht die Vulgata bei 
Erwähnung des Peches stets ,bitumen', an besagter Stelle spricht 
sie aber unverkennbar von dem Produkte eines harzgebenden 
Holzes, denn es heisst dort: „Tulit ergo Daniel picem, et 
adipem, et pilos, et coxit pariter: fecitque massas, et dedit in 
os draconis,       Somit ist es unzweifelhaft, dass wir 
die erste Verwendung der Destillate harzgebender Hölzer in's 
graue Alterthum zurückversetzen müssen.  Es ist aber hier 
noch von Interesse zu erfahren, was Schegg in seiner Biblischen 
Archäologie von der Terebinthe, (der Terpentinpistacie, pistacia 
terebinthus 1.) sagt:        sie ist im gegenwärtigen 
Palästina seltener geworden und vorzugsweise dem südlichen 
Theile zugehörig. Die ersten Bäume, welche man, von der 
sinaitischen Wüste herkommend, erblickt, sind Terebinthen. Sie 
begleiten den Wanderer nach Jerusalem, in der Niederungz) 
 Nach den Memoiren der K. Akad. d. Med. in Paris (1833 f. 
Bd. III.) zersetzten vier Akademiker eine Masse, die sich in den Mund 
einer Mumie eingezwängt fand, welche Untersuchungen folgendes Resul- 
tat gaben. Zunächst war es eine dem Storax ähnliche! balsamische 
Substanz; zweitens eine cedernholzähnliehe; ferner eine der Myrrhe 
ähnliche, und noch eine, welche mit der Musskatnuss übereinstimmende 
Merkmale zeigte.  Man vergleiche dies nun mit der Mittheilung im- 
I. B. Mos. (Genes) 37, 25, wo erzählt wird, wie Ismaelitische Reisende 
(Madianiter) von Galaad nach Aegypten ziehend, ihre Kameele mit Ge- 
würzen, Harz und Myrrhensaft beladen hatten. Ferner berichtet Herodot 
(B. II. C.  dass man die Bauchhöhle der zu mumifieirenden Todten 
"mit dem Oele, das die Cedern') geben", gefüllt habe. Nztch einer 
bestimmten Reihe von Tagen sei das Cedernöl dann wieder abgelassen 
werden, „und hat dies", schreibt Herodot, „solehe Kraft, dass es zugleich 
mit sich den Magen und die Eingeweide aufgelöst herausspiilt". 
 Hierzu sehe man auch, was Plinius B. XVI. C. 21 sagt. 
e) An dieser Stelle kann nicht unerwähnt bleiben, dass sich die 
Terebinthe als Palästinas ureigenstes Baumgewäehs erkennen lässt; 
nirgendwo findet sich die Pistazie so häufig und von so phänomenalem
        

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