Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841117
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Rückstand wird noch heiss in kaltes Wasser ausgegossen, worin 
der von dem Terpentin übrig gebliebene nichtflüchtige Theil zu 
einer festen Masse, zu Harz, erstarrt. Auf dem überdestillirtcn 
Wasser schwimmt eine starkriechende, farblose Flüssigkeit, ein 
flüchtiges Oel, bekannt genug unter dem Namen Terpentinöl." 
Leunis sagt: „Der gemeine Terpentin  ein in ätherischem 
Oele aufgelöstes Harz  fliesst aus den, durch Einschnitte ge- 
öffneten Saftgängen der Rinde der Kiefer, der Edeltanne und 
den ähnlichen südeuropäischen Nadelhölzern. Gemeiner Terpentin 
entfliesst der Kiefer und Fichte; strassburger, der Peeh- und 
Weisstanne; attischer oder französischer, von der Strandkiefer 
(Pinus halepensis, häuügstes Nadelholz Griechenlands); venetia- 
nischer, von der Lärche; kanadischer, von der Balsam- und 
Hemlocktanne; den cyperischen Terpentin liefert die Terpentin- 
pistazie. Aus dem Terpentin erhält man dann zunächst durch 
Destillation  wie oben gezeigt worden  das ätherische 
Terpentinöl; durch nochmaliges Destilliren den sogenannten 
Terpentinspiritus (oder rectificirten Terpentin); ein innerliches und 
äusserliches Heilmittel und Mittel zur Reinigung von Fettfleoken." 
Die zurückbleibenden Harze können hier keine Besprechung finden. 
Bei der Nachforschung über die Art der Verwendung des 
Terpentinöls und die Zeit des Beginnes der Benutzung desselben 
ist es nicht unwesentlich, die anderen Produkte der genannten 
Holzarten kennen zu lernen. Durch die sogenannte trockene 
Destillation erhält man, wie der Chemiker sagt, Produkte der 
unvollständigen Verbrennung. Erhitzt man besagte Hölzer und 
leitet die flüchtigen Stoffe in ein mit kaltem Wasser uingebenes 
Gefäss, welches in dem doppelt durchbohrten Verschlüsse neben 
dem Zuleitungsrohr eine kleine, unten und oben offene Röhre 
enthält, durch welche das Gas entweichen kann, so verdichten 
sich, während das Leuchtgas oben entweicht, am Boden zwei 
Flüssigkeiten: eine sehr dickflüssige, klebrige zu unterst, und 
darüber eine wässerige, dünnere. Die erstere heisst Holztheer; 
sie ist harzartig, das heisst sie löst sich in Wasser nicht auf; 
die andere wird Holzessig genannt. (Stöckhardt) Der Theer 
(als Schiffstheer bekannt) gibt, weiteiweingekocht, den schwarzen 
Pech. Damit sind wir zu einem Stoffe gelangt, dessen Weiter- 
verfolgung uns schon in's sagenhafte Alterthum geleitet.  Doch 
forschen wir zunächst nach jenem Stoffe, der uns vornehmlich 
interessirt, dem Terpentinöl. Bei den Griechen nennt es zu- 
nächst. Xenophon (geb. 445 v. Chr.), aus dessen kurzer Erwäh- 
nung ersichtlich ist, dass es schon selbst in Armenien reichlich 
Verwendung fand. In seiner Beschreibung des Feldzuges des
        

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