Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841095
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entsprechend angeordnet vorstellen.  Man hatte die Tafel vor 
dem Tempel, wahrscheinlich an die Aussenwand der Cella im 
Portikus aufgehangcn; somit war es ein Staffeleibild. Der Gegen- 
stand des Gemäldes, den wir vorhin kurz andeuteten, lässt auf 
eine gewisse Grösse in der Auffassung schliessen, doch mit 
Rücksicht auf den Ort, für den es geschaffen und wegen der 
grossen Nähe, in der es seiner vielen Einzelheiten wegen gesehen 
werden musste, ist anzunehmen, dass es bei hoher Form- 
vollendung die anspruchloseste und daher eine um so ge- 
diegenere Maltechnik zeigte. Wir brauchen uns nur der wenigen 
hier gegebenen Andeutungen zu erinnern, um auch für jene 
frühen Tage eine die höchsten Ansprüche befriedigende Mal- 
technik anzunehmen.  Worin dieselbe aber bestanden, worauf 
sie gegründet war, ist eine Frage, die im weiteren Verlaufe 
des Textes dieses Buches Beantwortung finden wird. 
Unter einem verwirrenden Heere von Namen sind haupt- 
sächlich vier, in ihrem Wesen recht verschiedene Arten dieses 
ätherischen Oeles, des Terpentins zu unterscheiden. Es ist daher 
nothwendig, dieselben nach ihren hervortretenden Eigenschaften 
kennen zu lernen, und auch zu wissen, dass unter ähnlichen und 
gleichen Bezeichnungen wesentlich verschiedene Stoffe in den 
Handel gebracht werden. Bei der Wichtigkeit des Terpentins für 
die Malerei darf demselben eine um so grössere Aufmerksamkeit 
geschenkt werden, weil nicht wenige der so häufig zu be- 
klagenden Unzuträglichkeiten auf Verwechselungen oder absicht- 
lichen Verfälschungen, ein Wort, dem wir in den F achschriften 
nur zu häufig begegnen, zurückzuführen sind.  In der Phar- 
macopoea universalis (Weimar 1840) lesen wir Fol. 726 u. w.: 
„Man belegt mit diesem Namen  Terebinthina  im All- 
gemeinen folgende vier Harzsubstanzen: 
1. Terebinthina Cvpria s. Chia s. pistacina s. vera, Be- 
sina' Terebinthinae s. liquida Pistaciae Terebinthi; Cyprischei- 
Terpentin; Terebenthine de Chio, de Scio, de Chypre ou de 
terebinthe (franz); Cvprian or Chian turpentine (engl); Tere- 
binto di Cipro (italienisch).  Dieser stellt eine sehr dicke, 
klebrige, durchsichtige Substanz von grünlichcitrongelbei- Farbe 
dar, hat einen angenehmen Geruch und einen balsamischen Ge- 
schmack ohne Bitterkeit und Schärfe. Diese Substanz fliesst 
von Pistacia Terebinthus, L., Terpentin-Pistazie, einem kleinen 
Baume des Archipels; (Dioecia Pentandria, L.) 
2. Terebinthina communis s. vulgaris s. Pini sylvestris 
s. pinea Terebinthina gallica, Balsamum nativum Pini sylvestris, 
Resina Pini; gemeiner Terpentin; Terebenthine C0mml1ne, de
        

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