Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841048
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gemein gewordenen Verlangen nach sinnenfälliger Wahrheit voll- 
kommen zu entsprechen. Eines aber hat er dabei  sei es 
als Schüler Fiesoles, oder in angeborener Sinnesrichtung  
unxrertirüchlich befolgt: das Hässliche und Gemeine seiner Kunst 
fern zu halten."  Wir finden nach des Cebes Erzählung Jüng- 
linge verwundert vor einem allegorischen Gemälde stehen, über 
dessen Bedeutung sich streitend. Da tritt ein Greis zu ihnen, 
ein Schüler Dessen, der das Gemälde nach seiner Angabe ver- 
fertigen liess, und erläutert es ihnen. Es stellte das mensch- 
liche Leben dar, dargestellt unter dem Bilde eines Gehäges, 
welches weitere Gehäge und Räumlichkeiten  landschaftlich 
Cibersichtlich, trefflich gestaltet  umsehloss. Am Haupteingange 
steht ein Genius, den Eintretenden gute Lehren zu geben, aber 
ach! die Meisten vergessen dieselben wieder, sobald sie den 
Tauineltrank der Verführung, jenen Täuschungstrank des lrrthums 
und der Unwissenheit gekostet haben. Sklave ihrer Lüste und 
Begierden, durch der Glüeksgöttin unbeständige Gaben noch 
unglücklicher geworden, sehen wir sie bald von Laster umgarnt, 
denen Schmerzen, Betrübniss, Strafe, Jammer und Verzweiflung 
unabwendbar folgen! Manchem naht sich helfend die Reue, die 
sie aus dem Elende herausreisst; doch auch dann haben die 
Gefahren für den Menschen noch kein Ende. Unter neuen 
Bedrängnissen ringen sich die Befreiten aufwärts; doch nur 
Wenigen gelingt es die Vorurtheile zu besiegen und zur wahren 
Bildung zu gelangen, wo denselben Enthaltsamkeit und Beharr- 
lichkeit den Wohnort der Seligen erreichen helfen. 
Aus dem ersten Satze jener Gemäldebeschreibung ver- 
nehmen wir nun zunächst, dass es sich um ein aussen ange- 
brachtes Tafelgemälde handelt, denn der Satz lautet folgender- 
massenzä) „Wir lustwandelten zufällig im Tempel des Kronos, wo 
unter manchen andern Weihgeschenken, die wir betrachteten, 
auch vor dem Tempel eine Tafel hing, auf welcher sich ein 
fremdes Gemälde befand, das eigenthümliche Vorstellungen ent- 
hielt    Es war also ein Tafelgemälde, und als solches von 
beschränkter Grösse; es war dazu aussen angebracht, demnach 
mit einem Materiale gemalt, das eine solche Anbringung er- 
laubte. Diese Mittheilung zwingt uns aber zu untersuchen, auf 
welchem Grunde das Bild gemalt worden und welche Art der 
Technik zu gedachtem Zwecke Bedingung sein musste. Ein 
Tafelgemälde, welches aber im Portikus, in der Vorhalle eines 
Tempels aufgehängt werden darf, wo es dem Witterungswechsel 
als Nach der Ucbersetzung von M. Karl Pfaif, Cnnrector am Kthxigl. 
Württemberg. Pädagogium zu Esslingen. Stuttgart, J. B. Mctzler 18147,
        

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