Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841028
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sammengestellte Bilder. Es sind Bilder jeden Genres, der 
verschiedensten Zeiten und in unbestimmten Grössen. Jene 
Beschreibung erweckt lebhaft die Erinnerung an unsere heutigen 
Gemäldegallerien, wo wir Werke der verschiedensten Richtungen 
älterer und neuerer Meister vereinigt finden. Mit Fresco haben 
wir es hier nicht zu thun, doch mit einem Verfahren, welches 
üblich, für jede Darstellungsweise ausreichend und so wenig 
besprechenswerth scheint oder dazu nöthigt, als sich heute ein 
Kritiker, der die Werke einer Gallerie bespricht, über das all- 
gemein angewandte und seit Jahrhunderten geübte Oelmalver- 
fahren vorher ausführlich auszusprechen genöthigt sehen dürfte. 
Dass es enkaustische Bilder (nach dem von den Forschern ver- 
mutheten Verfahren) waren, ist nicht annehmbar, desgleichen 
spricht Vieles gegen die Annahme des gewöhnlichen Tempera- 
Verfahrens. Um nicht vorzugreifen, mag die Frage, in welcher 
Technik jene theils unkenntlich gewordenen Bilder gemalt ge- 
wesen, hier noch unbeantwortet bleiben. Dass Pausanias uns 
in dem den Propyläen nahen Gebäude eine Art Gemäldegallerie 
beschrieben, erkennen wir schon aus der Gegenüberstellung 
anderer in Athen gesehener, mit Malerei geschmückter Räume 
oder Hallen. So an jenem Orte, nahe dem Ceramikus, wo sich 
die Gräber der für das Vaterland gestorbenen Bürger und der 
grössten Männer Griechenlands erhoben, jener Stelle nahe, wo 
uns Cicero den Atticus unter diesen Gräbern herumirrend, von 
heiliger Ehrfurcht ergriffen vorstellt; hier ist es, wo nahe dem 
Tempel des Vulkan und dem Heiligthum der Venus Urania eine 
mit Gemälden geschmückte, ebenfalls Pökile genannte Halle steht. 
Die hier dargestellten Handlungen wie die Anordnung der Gemälde 
lassen einen monumental geschmückten Raum erkennen. Schon 
seine Bestimmung sichert diese Annahme, denn die im Innern 
aufgehangenen ehernen Schilde werden durch Aufschrift als den 
Sicioniern und ihren Bundesgenossen (im Peloponnesischen Kriege) 
abgenommen, bezeichnet. Noch deutlicher spricht sich Pausanias 
über den malerischen Schmuck eines Theseus-Tempels aus, 
welcher, nahe dem Markte, wo die Athener einen Altar des 
Mitleids errichtet, erbaut war. Hier spricht er deutlich von 
Wandbildern und lässt das erstbeschriebene Gemäldei „Der 
Kampf der Athener gegen die Amazonen" sofort den Monumen- 
tal-Charakter erkennen, da er sich zum Vergleiche mit derselben 
Darstellung auf dem Schilde ihrer Minerva und jener auf dem 
Fusgestelle des olymphischenJupiter veranlasst sieht. (B.I,C.15, 17.) 
Dass es sich in jenem, den Propyläen nahegelegenen Ge- 
bäude nicht um Monumentalgemälde handelt, wird unzweifelhaft,
        

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