Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1841008
so ist die Frage nicht ohne Weiteres abzuweisen, die über die 
Anbringung dieses M0tiv's an eben dieser Stelle Aufklärung 
wünscht. Sollte es der Fall sein, dass hierfür tiefer liegende 
Gründe bestimmend gewesen sind, dann wäre dies gewiss um 
so bedeutungsvoller für den Ursprung der ererbten Form.  
Wie dem aber auch sei, gewiss genügt das Angedeutete, um 
die Annahme zu rechtfertigen, dass die äussere Form eine fort- 
gesetzte Vererbung erfahren hat; dazu fehlt es weiterhin nicht 
an verfolgbaren Spuren, welche mit der Vererbung der Form 
auch den darin verborgenen Gedanken übertragen erkennen 
lassen. Angesichts solcher Thatsachen ist es aber gewiss 
keine zu kühne Annahme, dass mit der Ueberlieferung der 
äusseren Gestaltung auch die Mittel zur Ausführung, in welcher 
Technik diese auch erfolgt sein mag, ebenfalls eine Weiter- 
vererbung gefunden haben, was für unsere ferneren Unter- 
suehungeu von nicht zu unterschätzendem Werthe ist. 
Ueber den Bau der Moschee zu Damaskus durch Walid I 
(reg. 705-715 n. Chr.) finden sich beim Grafen v. Schack 
(Poesie und Kunst der Araber in Spanien und Sicilien, B. II, 
S, 179 u. w.) folgende Stellen, nachdem er berichtet, wie 
Walirl, einer der grössten Bauherrn, der auch die Moschee zu 
Medina über den Gräbern Muhameds und der ersten Chalifen 
ausgebaut, den Christen die Kirche des hl. Johannes genommen, 
um an deren Stelle eine grossartige Moschee zu errichten.  
„Der gewaltige Neubau, welcher an die Stelle trat, besteht aus 
drei grossen, von Westen nach Osten laufenden Schiffen. 
       Werkleute aus Constantinopel, die der 
Chalife sich durch eine eigene Gesandtschaft vom 
byzantinischen Kaiser erbitten liess,        waren 
bei der Ausführung des Baues thätig.     Den unteren Theil 
der Wände überkleidet Marmor, über diesem schlängelt sich 
goldenes Weinlaub dahin und noch höher folgt jene Art von 
Mosaik, welche Fesifissa heisst und, aus theils far- 
bigen, theils vergoldeten Glasstückchen zusammen- 
gesetzt, Bilder von Bäumen, Städten etc. darstellt. (Ibn Iubair, 
6d Wright, 262.  Ibn Batuta, 197.  Makrizi, histoire des 
Sultans Mamlouks II, 1, 268 ff.) -(Der alte Prachtbau wurde, 
nebenbei bemerkt, bei der Eroberung von Damaskus durch 
TllUlll' völlig niedergebrannt.) (S. Ibn Arabschah, vita Timuri, 
ed. Manger II, 132,) 
de r 
gar 
überraschenden Anbringung dieses eigenartigen Dccoratiorlsmotivcs 
Beziehungen zum "Haus des Brandes" zu erkennen vermögen. 
114g
        

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