Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1840971
tation of Plants growing in the Desert"; und ein ähnlich ge- 
staltetes Motiv unter der Nummer 18 als: „An0ther variety of 
DesertPlants". Dass wir es nun mit dem Lotos zu thun haben, 
bestätigt uns zunächst die Benutzung oder Umgestaltung (lieser 
Pflanze auf Pl. V unter der Nummer 9. Deutlicher, jeden 
Zweifel ausschliessend, erkennen wir die Grundelemente jener 
den heiligen Baum krönenden Palmettenfcirm aber in einer aus 
Präneste stammenden Silberschale. Die Darstellungen, von Richter  
als ägyptisirend bezeichnet, schreibt Helbig phönicischer Kunst- 
industrie zu.  Die ganze Darstellung (erhält aber noch speciell 
für unsere Forschung, welche eben den Nachweis der Vererbung 
zum Ziele hat, erhöhtercn Reiz, wenn wir die Abbildungen im 
Textbande Seite 88 unter Fig. 117 und im Tafelbande auf 
Platte CVIII unter Nummer 6 betrachten. Erstere Darstellung, 
einem Keilschriftcylinder aus schönem, schwarzem Obsidian (jetzt 
in der Bibliotheque nationale zu Paris) entnommen, zeigt einen 
Priester in anbetender Stellung, den Arm zu dem heiligen, in 
der Luft schwebenden (auf assyrischen und babylonischen Denk- 
mälern häufig wiederkehrenden) Kreuze 2) erhoben. Der heilige 
Baum fehlt dabei nicht. Sollte hier das Kreuz das Symbol der 
Gottheit ersetzen, welches fast immer oberhalb des Baumes an- 
gebracht ist, auf das uns schon eingangs dieses Abschnittes 
Kaulen hingewiesen? (In akkadischer Schrift und Sprache giebt 
der den grösseren Flächenraum einnehmende Text besagten Cy- 
linders den Gott Marduk 3) an.) Die an zweiter Stelle erwähnte 
Darstellung zeigt zwei symmetrisch angeordnete Vögel zu einem 
sogenannten Winkelmasskreuz oder Hakenkreuz hingewandt.  
Da wir schon an einer anderen Stelle dieses Buches4) den Zu- 
sammenhang der in den Euphratlandcn wiederentdeckten Schreib- 
weise mit der heute noch in Japan angewandten an der Hand 
 Darstellung der zu Palestrina in einem Grabe gefundenen Schale 
Pl. CXXIX; nähere Angaben im Textbande auf S. 445.  Auch Gustav 
Ebe gibt in seinem Abriss der Kunstgeschichte des Alterthums (Düssel- 
dorf, Druck und Verlag von L. Schwarm 1895) auf S. 296 die gleiche, 
räumlich noch etwas grösser wiedergegebene Darstellung besagter Silber- 
schale.  Sollte es noch weiterer Beweise bedürfen, dann sehe man für 
die Art der lüntwickclung der Palmettenform: Richter (Tafelband), 
P1. CLXI, wo sieh Darstellungen aus der Zeit der 18. bis 20. Dynastie 
finden, welche ägyptischen Wandgemälden und Skulpturen ent- 
nommen sind. 
5') welches hier stets die griechische Form zeigt. 
3) Merodach? der Sohn E35, der Draehentihlter, der grnsse Prophet 
der Götter? Man sehe Kaulen Assyr. u. Babyl. S. 175 u. w. 
4) Anhang 18 zu S. 37.
        

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