Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1840962
Motive wiederholt anzutreffen sind, so findet sich auch die eben 
erwähnte Darstellung in zahllosen Varianten schon in den frühesten 
Zeiten des Alterthums, und erweist sich als eine stereotypisch 
gewordene, von allen uns bekannten Kulturvölkern benutzte Dar- 
stellungsform. Um aber über diese, wie andere noch über- 
raschendere Darstellungsweisen genügenden Aufschluss zu er- 
halten, sehe man: „Kypr0s, die Bibel und Homer. Beiträge zur 
Kultur-, Kunst- und Beligionsgeschichte des Orients im Alterthume. 
Nlit besonderer Berücksichtigung eigener zwölfjähriger Forschungen 
und Ausgrabungen auf der Insel Cypern. Von Dr. Max Ohne- 
falsch-Richter. Mit einem Briefe von W. E. Gladstone an den 
Verfasser. (Berlin; Verlag von A. Asher d'r Co. 1893.)"  
Auf Tafel LXIX des Tafel-Bandes giebt der eben Erwähnte heilige 
Zeichen in 134 Abbildungen, unter denen der heilige Bauml) 
eine ganz hervorragende Rolle spielt. Bemerkenswerth ist hierzu 
die Erklärung auf Seite 419 des reichen Text-Bandes, wo die 
Entstehung des hier erörterten Motives erklärt wird. Diese zeigt 
auch auf das Deutlichste, dass unter keinen Umständen an 
eine ,,Ineinanderschachtelung von Blüthenkelchen", überhaupt 
nicht an einen künstlichen Aufbau gedacht werden darf. Es 
erweist sich diese Frage dazu von so eminenter Bedeutung, 
dass sie allein eine umfangreiche Abhandlung erfordert.  Wenn 
ich zur Erklärung, zur Bestätigung meiner Ansicht, vorhin 
auf die Kohlpflanze verwies, so geschah dies lediglich, um zu 
zeigen, dass eine natürliche Entwickelung vorliegen kann und 
dass es nicht nöthig ist, an ein künstliches Gefüge zu denken. 
Ich will aber ergänzend hinzufügen, dass, wie für so Vieles, so 
auch für die ganze hier in Frage stehende Baumformentwickelilng 
Aegvpten die Motive gegeben haben dürfte. Auf Tafel LXXI 
gibt Richter ein ägyptisches Wandgemälde der 19. Dynastie 
(also vor 1300 v. Chr.) mit der Göttin Nut?) Auf diesem er- 
blicken wir am Rande eines Seebeekens, das mit Fischen, 
Schwimm-iund sonstigen Wasservögeln belebt ist und reich- 
wachsenden Lotos zeigt, symmetrisch neben einem Baume an- 
geordnet, zwei zur Palmettenform gestaltete Pflanzenbüschel. 
Owen Jones in seiner Grammar of Ornament bringt auch diese 
oder doch ganz ähnliche Motive auf Platte lV der Aegyptischen 
Ornamente unter Nummer 16 mit der Bezeichnung: "Represen- 
 Man sehe weiter hierüber Richter (Textband) Kapitel 2, Seite 32: 
"Der Baumkultus und dessen Uebergänge zum anthropomorphen Bilder- 
kultns", welches Kapitel sich bis Seite 227 des Foliobanrles ausdehnt. 
e) Man vergl. Rosellini, Monumelgti delPEgitto III Tafel CXXXIV.
        

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