Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1840928
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Kurz sei hier zur Erklärung auf den Artikel „Kreuz" bei Detzel 
S. 9 u. w. verwiesen; erschöpfendes Material bietet die um- 
fangreiche Katakomben-Literatur.  Von grösserer Bedeutung 
wird nun zunächst ein Wandgemälde in der Katakombe des 
Penzianus, welches als erux gernmatzU) bekannt ist. Dies zeigt 
eine Umgestaltung jenes Baummotives in christlichem Geiste. 
Die Verbindung zwischen jenem assyrisehen "heiligen Baum" 
und dem christlichen Lebensbaume) wird aber noch deutlicher, 
wenn wir Kaulen's Beschreibung jenes Baumes mit der Dar- 
stellung auf einer zu Menza aufbewahrten, von Gregor dem 
Gressen der Königin Theodelinrle gesandten Oelamlaulle aus 
Jerusalema) vergleichen. Kaulen sagt nämlich!     über 
ihm, (dem heiligen Baume), schwebt (las Symbol der Gottheit, 
rechts und links stehen Priester in anbetender oder Gottheiten 
in segnender Stellung." Auf dem Menzaei" Oelfläschchen finden 
wir genau dieselbe Anordnung. Neben dem Kreuze erblicken 
wir zwei knieende Gestalten, darüber erhebt sich das Bild Christi 
mitKreuznimbus. Es ist unzweifelhaft, dass wir in der reichen 
Kompostien dieser Ampulle nur den erweiterten Gedanken oder 
die Erfüllung einer vielleicht noch der Uroffenbzirung4) ange- 
l) Man sehe P. Ratfaele Garrucci, Storia della Arte Cristiana.  
Auch Dr. F. X. Kraus, Real-Encyklolwädie der Christlichen Altcrthiimer; 
Art. "Kreuz" II, 224 ff. Ferner Christliche Ikonogralahie von Heinrich 
Detzel (Herder, Freiburg, 1894). 
9) Unter Figur 165 S. 397 giebt Detzel ein orientalisches Encol- 
piiun (Äyzölntov); [ein vor der Brust getragenes Reliquien", Brustkreuz]. 
Diese, vor 600 entstandene Arbeit, stellt den Heiland an astigcm. ge- 
wachsenem Holze dar, einem wirklichen Raume; und jammern zu Fusse 
des Kreuzes unsere ersten Stammeltern. Diese Auffassung des 
Lebensbaumcs setzt sich unter weiterer Hinzufiigung den Gedanken ver- 
vollständigender Symbole bis in die spätesten Zeiten fort. 
3) Abbildung in der Christlichen Ikonographie von Detzel S. 470. 
 Hiermit ist nicht zuviel gesagt, denn die uns in der reichen 
christlichen Archäologie niedergelegten Studien bieten uns genügenden 
Stoflj allein zur Erklärung dieser einzigen Darstellung auf der Monzaer 
Ampulle, eine besondere Schrift zu verfassen. Die sich dort findende 
Auffassung bietet auch Gelegenheit, für die im Verlaufe dieser Anhang- 
stelle berührten Darstellungsweisen weiteren Aufschluss zu geben, wie 
beispielsweise für das Haupt des Löwen, und die Weltkugel zu Ravenna, 
die wiederum jenem, zu Vuka anzutreffenden, das Lebensbaummotiv 
unten absehliessenden kreisförmigen Ornamente auch eine tiefere Be- 
deutung sichern.  Zur näheren Orientirung sehe man Detzel (Christ. 
Ikonog.) Fig. 16 und Fig. 70 nebst den zugehörigen Artikeln; dann 
sehe man hierzu bei Dr. H Lücken  "Die 'l'raditionen des Menschen- 
geschlechts"  S. 1G, S. 76, dritte Zeile von unten beginnend und 
weiter; auch bei von Hammer-Purgstall, lßhxndgr. des Or. Bd. V. Dann 
bei Detzel jenen über die Auferstehung des Herrn auf S. 466 beginnenden
        

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