Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1840917
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Sprache sagti „Es verhielt sich also schon Adam ausserhzill) 
des Paradieses zur Sprache, wie jetzt wir, indem wir dieselbe 
durch llllittheilung von Andern empfangen. Wir gebrauchen die 
Formen der Rede, weil wir ihren Bezeichnungswerth keimen, 
nicht aber, weil wir ihre Bedeutung verstehen; und aus dem 
Mangel eines solchen tiefern Verständnisses entspringen die 
meisten der Veränderungen, welche den geschichtlichen Verlauf 
der Sprache begleiten."  Der Gedanke an ein künstliches 
Geschiebe, an eine Ineinanderschachtelung von Blüthenlzelchen 
fällt aber auch schon deshalb, weil sich eben dieses "Bauin- 
motiv", zweifellos aus tiefer liegendän Gründen, als entwickelängs- 
fähig erwiesen, und sich bis zur tunde in stets erneuter orm 
erhalten hat, was sich mit Sicherheit nachweisen lässt. Auch 
sollte schon der leiseste Gedanke an eine solch' mädchenhafte 
Spielerei bei dem hochentwickelten Sinne für Monumental- 
gestaltung, wie er in den Euphrat- und Nillanden zu finden ist, 
zurückgewiesen werden, wo selbst die Kleinkunst jenen mäch- 
tigen Impulsen folgend, frei von kleinlicher Auffassung bleibt.  
Demselben Grundmotiv begegneten wir also in Assyrien, Phö- 
nicien und in Aegypten, von wo es einerseits zunächst an die 
Perser, anderseits an die Griechen und ltaler Vererbung fand. 
S0 verschieden sich nun in der Folge das Motiv auch gestztltct 
zeigt, die Urform wie der Grundgedanke bleiben dieselben; wobei 
es unwesentlich ist, dass sich hier oder dort stattder schon er-- 
wähnten Gsätergestaltepl, zltnbetglgder Prilester oflgr der Fabgllangle- 
hören en esen, auc (ein ierreic e enteinte sym oisc e 
Geschöpfe zu Seiten des Baumes gelagert zeigen. Die Ueber- 
nahme durch die Perser und Griechen erkennen wir genügend 
durch die Abbildungen bei Ohnefalsch-Richter, Tafelband Platte 
LXXXVIII und Pl. CXII, auf dessen Werk ich noch eingehender 
zurückkommen werde.  Von grösserein Interesse als diese, 
werden die in nachchristlicher Zeit auftretenden Umgestaltungen 
des Hheiligen Baumes".  Gehen wir chronologisch vor, dann 
sind es zunächst die zahlreichen symbolischen Zeichen aus den 
Tagen der Verfolgung und "Trübsal der ersten Kirche, unter 
denen das Kreuz, das ehrwürdigste Symbol der ältesten Christen, 
selbst in den Katakomben versteckt erscheint, welche uns die 
ursprünglichsten Formen des Lebensbaumes in die Erinnerung 
rufen. Diese Zeichen sind um so wichtiger als bei ihrer Er- 
klärung auf Grund der heutigen Forschung jede Willkür ausge- 
schlossen ist, so zwar, dass Wilpert mit vollem Rechte von 
einer "Hieroglyphensprache" der Katakombenl) reden darf.  
7)" 1373651,
        

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