Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1839196
und diesem Ziele näher zu führen, ist der Zweck nach- 
stehender Zeilen.  Da meine diesbezüglichen Unter- 
suchungen mich aber zu weniger begangenen Wegen geleitet 
haben, so halte ich es für nöthig, meinen Ausführungen 
einige kurze Bemerkungen voranzusetzcn.  Man beliebt 
das heutige Oelmalverfzthren als ein empirisches zu he- 
zeichnen; als ein solches, dem die wissenschaftliche Be- 
gründung fehlt. Dies würde mich Wenig berühren, wenn 
nicht neben der wissenschaftlich gesicherten Grundlage 
auch jene alt-bewährten, durch die Praxis gewonnenen und 
zumeist durch die Tradition vererbten Erfahrungen fehlten. 
Deshalb möchte ich für das. empirische Verfahren die 
wissenschaftliche Begründung zu geben versuchen. Denn 
so lange die wissenschaftliche Erklärung jener uns zumeist 
dunklen, vielfach hypothetisch erklärten Vorgänge aussteht, 
so lange bleiben wir zweifellos unkontrollirbaren Zufällig- 
keiten ausgesetzt. Unser letztes, unser Endziel ist also 
jedenfalls die Feststellung und wissenschaftliche Begründung 
jener zur Oelmaltechnik erforderlichen Mittel, die es uns 
gestatten, künftig mit absoluter Gewissheit zu verfahren. 
Nun ist aber, wie bekannt, die wissenschaftliche Klarlegung 
in den meisten Fällen erst den in der Praxis gefundenen 
Resultaten gefolgt; weshalb auch heute der Versuch berechtigt 
erscheinen muss, zunächst jene Wege wieder aufzusuchen, 
die unsere Altvordern gegangen sind. Denn jene Meister, 
deren Bilder die beneidenswertheste Erhaltung zeigen, und 
deren Technik ein Material verräth, welches allen Wünschen 
genügte, jede Art von Verwendung gestattete, diese fussten 
zunächst auf Erfahrungssätzen. Es wird sich also darum 
handeln mit Geduld den uns verbliebenen schwachen Fäden 
überkornmener Traditionen zurückzufolgen, um zerrissene 
und verwehte F iiden zu vereinigen und für dieselben neue 
Anknüpfungspunkte wieder zu gewinnen. Bei diesem Be- 
ginnen wird aber schon der nächste Versuch zeigen, dass 
unsere Untersuchungen nicht etwa auf ein eng-begrenztes 
Feld zu beschränken sind, sondern die weitestführende
        

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