Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1840784
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sich ebenfalls (lurch grosse Feinheit, durch grosse Zertheil- 
barkeit aus, und ist leicht zu reiben. Von dieser Farbe 
kann auch wiederholt werden, was schon bei der vorher- 
gehenden, dem Korksehwarz gesagt worden ist. Wer es 
gebrauchen will, der mag sich nach Quellen umsehen, 
die ihm das Gewünschte rein bieten, andernfalls bereite 
man es selbst. 
M ineralschwarz wird deshalb ohne Art der Trock- 
nung angegeben, weil diverse, schon in der Natur fertig 
gebildete Stoffe mannigfacher Zusammensetzung darunter 
verstanden werden können.  Mineralsehwarz kann um 
so weniger als Bezeichnung einer bestimmten Farbe gelten, 
da im Grunde genommen, auch die der organischen Natur 
entnommenen Körper durch Umwandlung in amorphen 
Kohlenstoff lNIineralfarbcn werden. 
Lampenschwarz. Die künstlichen schwarzen Farben 
sind entweder als Verkohlungsprodukte oder als Russfarben 
zu bezeichnen. Als Verkohlungsprodukte halben wir die 
bisher besprochenen kennen gelernt, die bei Luttabsehlus s 
bis zur Verkohlung erhitzt wurden. Die Russfarben da- 
gegen entstehen bei der unter ungenügendem Luftzutritt er- 
folgenden Verbrennung kohlenstoffreieher Körper. Zu letz- 
tercn, den Russfarben, gehört das Lampensehwarz, welches 
der Vollständigkeit halber noeh Erwähnung finden soll. Es 
dient zur Herstellung der Kupferdruekfarben, der schwarzen 
Kutsehenlaeke, der Buehdruekfarben und der chinesischen- 
wie der nachgemachten Tuschen. Zur Herstellung der 
besseren Lampenrusse dienen thierisehe und pflanzliche 
Oele. Mit besonderem Vortheil wird ranziges Oel ver- 
wandt, weil dieses mehr russt als nicht ranzig gewordenes; 
somit ist die Russbereitung mittelst ranzigen Oeles billiger 
wegen Minderwerthes des Rohmaterials, und vortheilhafter 
wegen der reichlieheren Ausbeute.  In dem ranzigen 
Oele befinden sich nämlich Theile des Kohlenstoffes in 
einer Form, die zu russfrcier Verbrennung eine höhere 
Temperatur erfordern. Daraus ergiebt sich für den Lampen- 
russbereiter der Satz, dass, je mehr ein Oel an Sauerstoff 
bedarf, um, ohne Russ zu entwickeln, zu verbrennen, es 
desto geeigneter für die Lampensehwvarz-Fabrikation ist. 
Die in früheren Zeiten angewandten Verfahren der Russ- 
gcwinnung waren die denkbar einfachsten, aber darum nicht 
die schlechtesten und finden sich trotz der heute fabrik- 
massigeu Herstellung der Russfarben auch noch die primi- 
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Minoral- 
schwarz. 
Lmnpen- 
schwarz.
        

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