Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1840761
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der Hefe genährt wird. Versehwindet diese Fdamme, dann 
ist dies ein Zeichen, dass der Verkohlungsproeess beendet 
ist. Man lässt das Feuer nun beibrennen, heizt nicht mehr 
und lasst die Rohre soweit erkalten, dass man sie mit 
dicken nassen Tüchern gefahrlos dem Ofen entnehmen 
kann. Nun werden die Deckel abgenommen, worauf der 
heisse Inhalt in ein grosses mit Wasser gefülltes Gefass 
geschüttet wird. Da das Wasser durch Berührung mit 
der heissen Kohle eine dem Siedepunkte nahe Temperatur 
(arrcieht, so erleichtert man durch diese Art des Vorgehens 
die erforderliche Auswaschung wesentlich.  Die in 
Brocken dem Rohre entfallende Kohle zerfallt bald zu 
feinem Staube, indem sich die kohlensauren Salze, welche 
die Kohlentheilchen verbinden, in dem Warmen Wasser 
leicht auflösen. Hat sich die Kohle gesetzt, dann zieht 
man das Wasser, welches nunmehr eine ziemlich starke 
Pottasche-LösungÜ darstellt, ab, welche im grösseren Be- 
triebe noch weitere Verwendung finden kann. Durch das 
Glühen der schon erwähnten Salzgemenge entstanden nam- 
lieh kohlensaure Salze, von denen wir das leicht-lösliche 
kohlensaure Kali, (Kaliumearbonat oder Pottasehe) schon 
entfernen sahen. Der in der Lösung aber noch vorhandene 
kohlensaure Kalk nebst den anderen in der Hefeasehe 
ziemlich reich vertretenen, in Wasser nicht löslichen Salze 
sind nun zu entfernen. Man übergiesst zu diesem Zwecke 
die Kohle mit einem aus gleichen Theilen bestehenden 
Gemisch von Salzsäure und Wasser, doch nur in kleiner 
Menge, wobei unter Aufbrausen (durch das Entweichen 
der Kohlensäure hervorgerufen) eine totale Lösung aller 
der Kohle noch anhaftenden Stoffe erfolgt.  Nach nun 
erfolgter gründlicher Auswasehung wird die Farbe bei ge- 
linder WVarme getrocknet. 
Das Rebensehwarz, auch Frankfurter Schwarz ge- 
nannt, kommt in verschiedenen Sorten in den Handel, 
welche, abgesehen von den Urstoffen, schon durch Mischung 
mit Holzkohle erreicht oder geschaffen werden. Dass das 
tiefe, deekfahige feine Hefenschwarz durch die Zumisehung 
eben gedachten Stoffes nicht verbessert wird, bedarf wohl 
keines Nachweises. Üebrigens entstehen schon verschiedene 
1) und zwar eine gereinigte, somit ein ziemlich 
Kali' eine Lösunw die somit frei ist von den der 
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asche noch anhaftenden, schwerer loshchen Salze. 
reines kohlonsaurcs 
gewöhnlichen Poti:-
        

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