Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1840707
empfehlen, Der etwas höhere Preis sollte die Benutzung 
dieser Farbe nicht verhindern. 
Vert enleraude. Die unter diesem Namen käufliche Verb 
Farbe wird als Chromoxyd bezeichnet; sie gilt als eine öwvlwwllde- 
sichere Farbe, doch da die Art ihrer Herstellung nicht be- 
kannt gegeben, so kann dieselbe nicht ohne Weiteres em- 
pfohlen werden. 
Hellgrüner und dunkelgrünerLaek. Sämmtliche nellgrijney 
herben, Welche heute unter diesen Namen ausgcboten und 
werden, sind künstlerisch nicht zu verwenden. Es sind dul'kulßl'lll'er 
theils Gemenge von gelbem Lack 1) (aus Wau oder Kreuz- Lack 
becrcn) n1it Pariser, Berlinerblau oder Indigo, theils sind 
dieselben aus Theerfarben hergestellt, weshalb vor deren 
Gebrauch zu warnen ist. 
Malachitgrün. Diese auch als Berggrün bezeichnete Mahw1,itgrüu_ 
Farbe, mineralogisch aber Malachit genannt, ist basisch- 
kohlensaures Kupferoxyd und tritt mit dem sogenannten 
Bergblauz) in manchen Kupfererzen auf. Wie dieses, so 
wird auch das Malaehit durch Schwefelwasserstoffgas und 
Schwefeldähnpfe gebräunt und gesclnvärzt.  Die Haupt- 
fundgrube für den als Malerfarbe dienlichen Malachit 3) ist 
1) Näheres Seite 110. 
a) Das Bergblau ist ein in der lilineralogie unter der Bezeichnung 
Kupferlasur auftretendes Kupfererz; im Handel ist es als Bleu cäleste, 
Bleu celestiale und Bleu verditre bekannt; es findet, wie auch Ualachit, 
künstliche Darstellung, das aber nach Gentele mit dem Naturprorlulzt 
nur den Namen und das Aussehen gemein hat. Es Endet sieh daneben, 
um die Namensverwirrung noch zu vergrössern, auch noch ein Neuberg- 
blau als Oelfarbe zubereitet, welches aus einem Gemisch von Bremer- 
blau mit einer geringen Menge hellen Pariserblaues zusammengemahlen, 
getrocknet und puhrerisirt, besteht. Die Zilverlässigkeit dieser letzteren 
Farbe beruht also lediglich auf der Beständigkeit der beiden Gemeng- 
theile. Das Bremei-blau, als Oelfarbe ursprünglich tief blaugrün, wird 
erfahrungsgemäss immer grüner, Feuchtigkeit befördert dies, und ver- 
anlasst diese grünen Flecken. An Empfindlichkeit gegen Schwefel- 
wasserstoiffgzts und Schwefeldämpfe geht Bremerblau noch weit über 
Bleiweiss, welche dies Blau äusserst rasch schwarz färben. Ueber Pa- 
riserblau findet man alles Wissensnöthige unter Seite 142 u. w. 
a) Malachit hat eine sinaragd-griinspanartige Färbung und Wachs- 
glanz. Er tritt in verschiedenen Formationen auf. Den bedeutendsten 
hlund an sogenanntem (lichtein Malachit bewahrt man in Petersburg, und 
misst dieser Block 3 Fuss 6 Zoll lliihe bei fast gleicher Breite; ein 
anderer hochwerthvoller Fund wurde an den Ostabhängen des Ural, am 
Tagil gemacht, wo man einen Block von 30,000 Pfund Schwere fand. 
 Ebenfalls aus dem Ural stammend, ist eine Blalachit-Vase, ein Ge- 
schenk Kaiser Alexanders an Pius VII.  zu erwiihnell, welche in dem
        

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