Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1840696
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arulgrün 
Mim 
Dockgrüxl. 
1' Grüne 
Erde. 
Kobultgrün 
Mineralgriin. Diese Farbe wird als arscnigszuuwss 
Kupferoxyd bezeichnet. In Schweden, wo sie erfunden 
wurde, heisst sie nach dem Eriinder Scheele: ScheeYsches 
Grün; in Deutschland geht unter diesem Namen ein Grün ganz 
anderer Färbung, was schon aus der Zusammensetzung cr- 
siehtlich wird. Denn während das schwedische Präparat 
etwa 3 Procent des verwendeten Kupfervitriols an Arsenik 
enthält, beträgt der Arsenikgehalt der deutschen SehecF- 
sehen Grüne gewöhnlich 33 Proeent der Menge des Kupfer- 
vitriels. Je mehr Arsenilä die Farbe enthält, um so heller, 
um so deckender wird dieselbe; sie fallt bei gesteigerter 
Zugabe zuletzt ins Gelbgrüne.  Schon die Steffangztbe 
legt ihre geringe Verwendbarkeit nahe; wer sie gebrauchen 
will, darf sie nicht mit anderen Farben vermischen! Dies 
zu wissen, ist die Hauptsache.  Unter Mineralgrün. oder 
Scheellschem Grün begegnet man also einer Farbe, die 
eine ganze Seala von Nuancen vertritt, weshalb es schwer 
zu sagen ist, was man eigentlich unter diesen Bezeichnungen 
erwarten darf. 
Deck grün (trocknet langsam). Auch bei dieser Farbe 
schafft die Namenverwirrung einige Verlegenheit, denn unter 
Deckgrün, Vert Paul Veronese, Schweinfurten, Wiener-, 
Neu-, Casselen, Saalfelden, Pariser-, Kaisergrün, Hamburger- 
Deckgrün, Wiener-Deekgrün, Braunschweigergrün, Neu- 
wiedergrün und Smaragdgrün linden wir dieselbe chemische 
Verbindung vertreten; es sind essigsaure und arsenigsaure 
Kupferoxyde. Die vorher ausgesprochene Warnung gilt 
auch hier. Sind die Darstellungen der Farbstoffe auch ab- 
weichende, so ändern sie nichts am Wesen der Farbe.  
Das in dieser, unschwer noch zu verlängernden Namens- 
liste auftretende Smaragdgrün gehört eigentlich gar nicht 
dahin. Ich hebe es absichtlich hervor, weil es mit Recht 
an anderer Stelle als eine solide Farbe bezeichnet wird. 
Es ist dann ein Präparat aus Chromexydhydrat und zeigt, 
dem Gegenstande seiner Benennung entsprechend, eine 
ziemlich sattgrüne Färbung.   
'1- Grüne Erde. Hierzu sehe man, was Seite 133 über 
die gebrannte grüne Erde gesagt werden ist. 
 i Kobaltgrün, in vier Abstufungen, (trocknet gtlll). 
Die Kobaltgrüne bestehen aus Zinkoxyd mit Kobaltoxyd. 
 Die Kobaltgrüne sind gegen aussere Einiiüsse so wenig 
zugänglich wie das Chromgrün, desshalb wärrnstens zu
        

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