Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1840664
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Angaben fusscnden Verfahren rühren ursprünglich von 
dessen Freund H. Töpffer (Landschaftsmaler in Genf) her. 
 Wer sich des kostbaren Farbstoffes bedienen will, 
wird gut daran thun, die TÖPEGIJSCDGII Verfahren zu stu- 
dieren um die Farbe selbst bereiten zu können Dies zu 
thun empfiehlt sich um so mehr, als gerade bei dieser 
Farbe der Versuch einer Fälschung so sehr nahe liegt. 
 Den Künstler nach Möglichkeit zu schützen, folgen 
den Ehrhardfschen Ausführungen dankenswerthe Angaben 
über untrügliche Mittel, Fälschungen bei dieser Farbe zu 
erkennen. 
"l" Künstliches Ultramarin, in mehreren Färbungenfl" Kiillstliehes 
(trocknet langsam). Zeigt das künstliche Ultramarin im  
Allgemeinen auch die Eigenschaften des natürlichen 
Minerals, des Lasursteins, so machen sich dennoch über- 
raschende Abweichungen bei seinem chemischen Verhalten 
bemerkbar.  Das Lapis lazuli, das natürliche minera- 
lische Ultramarin, kennt keine Abschwächung des Tones, 
es kennt keine Zersetzung und verträgt eine Durehglühung 
bis zur Weissgltith, die seinen Ton zu andern nicht ver- 
mag. Dahingegen ist es leicht, das künstliche Ultramarin 
mit verhältnissmässig schwachen Agcntien zu. zersetzen 
und zu entfarben. Desungeachtct darf das reine künst- 
liche Ultramarin den besseren, Kunstmalzwecken dienenden 
Farben beigczahlt werden.  lm Gegensatze zu dem 
mineralischen, dem natürlichen Ultramarin, welcher sich 
durch Milde des Tones gepaart mit grosser Leuchtkraft 
auszeichnet, neigen die Töne des Kunstproduktes eher zu 
einer gewissen Schwere, und sind mehr stumpf wie leuch- 
tend; doch gibt es Fabrikate von grosser Schönheit. Man 
hat das Material also sorgfältig zu wählen, da sich die 
einzelnen Sorten in Nüance und Charakter sehr unter- 
scheiden. Diese Verschiedenheit ist weniger auf die heute 
genügend bekannte procentuale Zusammensetzung als auf 
die Benutzung besonderer Qualitäten, somit auf die Be- 
schaffenheit der Rohmaterialen zurückzuführen, daneben 
sind sie aber auch noch als die Resultate einer sorg- 
fältigen Beobachtung einzelner Phasen des Proce-sses, wie 
die Beachtung und Benutzung vieler scheinbar geringfügiger 
Umstände zu betrachten Diese sind es, welche als so- 
genanntes Fabrikgeheimniss angesehen werden dürfen. Die 
Unterschiede in den Tönen können aber auch noch andere 
Ursachen haben. S0 erscheint zum Beispiel die gleiche
        

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