Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1840647
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Das im Handel gebotene Coeruleum, auch Coelin-Blau 
und Blcu celeste genannt, ist eine hellblaue Farbe, welche 
aus einer Verbindung des Kobaltoxyduls mit ZinnoX_yd be- 
strahen soll. (Siehe hierzu Anmerkung S. 113.) Hat dies 
Blau auch nicht die Widerstandsfähigkeit wie das Kobalt- 
blau, so leistet es doch allen durch die atmosphärische 
Luft gegebenen Einflüsse vollkommen Widerstand. 
Smalte (trocknet sehr schnell). Smaltc oder Kobalt- 
glas, chemisch als Kobalt-Doppelsilicat zu bezeichnen, wird 
fabrikmiissig in sogenannten Blaufarbenwerke dargestellt. 
Die Smaltc besitzt glreich (lem Kobalt die noch nicht er- 
mittelte, nur durch Erfahrung erkannte Eigenschaft, schnell 
zu trocknen und bei Vermischung mit anderen Farben 
auch auf diese jenes Vermögen zu übertragen. Die Farbe 
muss rein himmelblau sein, und richtet sich die Güte der 
Smalte neben der Schönheit und der Kraft des Tones, 
welche durch den Gehalt an Kobalt bedingt wird, nach 
der Feinheit des Pulvers. Da die vorbcnannte Farbe 
eigentlich nichts anderes ist als ein pulverisirtes Glas, so 
ist es klar, dass sie von grosser Widerstandsfahiglzeit, fast 
von unbegrenzter Haltbarkeit gegen alle Athmospharilien 
ist.  Zur Bereitung der Smalte verwendet man ein 
kobalthaltigcs Erz, zumeist den Glanzkobalt, doch da der- 
selbe mit diversen anderen Metallen verbunden auftritt, 
wie Arsen, Schwefel, Eisen, Nickel, Kupfer etc., so bedarf 
es vorbereitendcr Arbeiten, bis die ausgeschiedene blau- 
farbende Substanz in den Glassatz, (ein weiches kalkfreies 
Kaliglas), übergehen kann. Die hierzu erforderliche Glas- 
massc erhält man aus einem Gemisch von reiner ealcinirter 
Pottasche und Quarzsand; da der gemeinhin erhältlicher 
Flusssanrl aber zu sehr mit anderen Mineralien verunreinigt 
ist, so stellt man den erforderlichen Quarzsand durch 
Mahlen von Feuerstein dar, den man gcglüht und dann im 
Wasser rasch abgekühlt hat, um seine Zerkleinerung zu 
erleichtern. Die Schmelzung geschieht unter Benutzung ge- 
wöhnlicher Glasöfen, und wird die Masse in Glashäfen aus 
feuerfestem Thone bei hoher Temperatur bis zur Dünn- 
flüssigkeit geschmolzen Ist dieser Grad (zrreicht, so dass 
sich die sogenannte Speise (alle die blaue Glasmasse ver- 
unreinigenden Stoffe) am Boden niedergeschlagen, abgesetzt 
hat, dann wird die geschmolzene Masse ausgeschöpft und in 
kaltes XVasser gegossen (abgeschreckt), wodurch sie spröde 
wird und die nachfolgende Zerkleinerung erleichtert. Diese 
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