Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1840636
fast wirkungslos. Das Kobalt trocknet so schnell, dass es 
gewissermassen als Trockenmittel für die ihm zugemischten 
Farben betrachtet werden kann, Wesshalb Trockenmittel 
nicht allein überflüssig sind, sondern der Farbe schädlich 
sein würden.  Einen Grund für dies Vorhalten kennt 
man nicht.  Nach Wurm sind zur Oelfarbenbereitung 
125 Gewichtstheile Oel zu 100 Gewiehtstheilen Farbe er- 
forderlich  Das Kobaltblau, wie es im Handel geboten 
wird, ist eine Verbindung von Kobaltoxydul mit 'l'honerde. 
 Wie dies schon mehrfach erwähnt werden, so ist auch 
bei der Darstellung des Kobaltblau die Anwendung eines 
durchaus eisenfreien Alaun geboten. Sind nur geringe 
Mengen von Eisen vorhanden, dann übt das rothe Eisen- 
oxyd einen merklichen Einfluss und beeinträchtigt die reine 
blaue Färbung. Zeigt also das Kobaltblau nur einen violett- 
lichen Schein, dann kennt man nunmehr die Ursache.  
Beim Ausglühen der Kobaltoxytlulsalzc muss zur Errei- 
chung der reinsten blauen Farbe die dlempcratur bis zu 
heftigem Weissglühen gesteigert Werden. Auf diesen Um- 
stand lässt sich vielleicht die Niehtbcnutzung der Kobalt- 
erze während einer langen Periode zurückführen." Denn 
das Kobaltmetall, welches sich glänzend und schwer 
wie die schönsten Silberstufen zeigte, gab beim Schmelzen 
nicht allein kein Silber, sondern zerfiel unter unan- 
genehmem Knoblauchgeruehe, welcher dem Arsenik zu- 
zuschreiben ist, der stets in Begleitung der Kobalterze 
auftritt, zu einer grauen Asche. Man sah zur Zeit 
in dem Verschwinden des vermeintlichen Silbers eine 
Neckerei sehadenfroher Berggeister, woher sich desshalb 
wohl der Name Kobold für jene die Schätze in der Erde 
hütenden Zwerge, die Gnomen oder Wichtelmänner her- 
leiten lässt. Da man schon im Alterthumel) mit Kobalt 
Glasliüsse blau zu färben verstanden hatte, so hat sich 
Brandt um das Jahr 1733 das Verdienst der Wiederent- 
deckung jener das Kobalterz auszeichnenden Eigenschaften 
erworben. Selbstverständlich hielt, man nun das früher 
weggeworfenc Metall in hohen Ehren.  Zur Erklärung 
des verlorenen Verfahrens: Kobalterze zu schmelzen, sei 
bemerkt, dass Silber bei etwa 1000" C. schmilzt, wohin- 
gegen Kobalt erst mit 14000 C. seinen Schmelzpunkt er- 
reicht und somit gleichen Schmelzpunkt mit Stahl zeigt.  
minera. cobalti ; 
cobaltum.
        

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