Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1840629
zu gedenken. Ganz abgesehen von dessen Brauchbarkeit, 
seinen anerkannt guten Eigenschaften ist die Farbe schon 
desshalb bemerkenswerth, weil ihre Herstellung den Grad 
der Reinheit der benutzten Farbe (Berliner-Blau) erkennen 
lasst. Sind nämlich fremde Stoffe anwesend, dann stellt 
die unter Luftzutritt erhitzte Masse ein Gemenge sehr ver- 
schieden getontcr brauner Farbkörper dar, wohingegen ein 
unverfälschtes, reines BerlinerBlau ein Produkt von gleicher 
Färbung ergibt. Demnach ist die Darstellung der vor- 
stehend an erster Stelle genannten Farben nicht so bedeu- 
tungslos für die Kunst wie schon Manche angenommen 
haben, wesshalb auch der Fabrikation dieser Oyaneisen- 
farben alle Aufmerksamkeit zu schenken ist. Aus diesem 
Grunde mag noch zur Vervollständigung der gebotenen 
Skizze eine kurze Angabe der Bestandtlieilc, wie auch die 
Art der Herstellung des Pariser Blau folgen. Zunächst 
löst man in einem Gefässe mit Abflusskrahnen in kochen- 
dem Wasser gelbes Blutlaugensa-lz, in einem anderen Ge- 
fitsse oder Holzständehen mit Krahnen von gleichem Raum- 
inhalte, löst man in gleicher Weise Eisenvitriol. Diese 
Auflösungen, die sich nach mehrstündigen] Stehen klar ab- 
gesetzt haben, lässt man nun durch die geöffneten Holz- 
krahnen unter stetem Umrühren gleichzeitig in eine da- 
runter gestellte, mindestens drcifach grossc Präcipitir- oder 
Ausfallstande ablaufen; nach etwa zwölf Stunden hat sich 
dann jener schon erwähnte wcisse Niederschlag; gebildet. 
Ist derselbe auf einem Leinenfiltcr so weit abgetropft, dass 
er sich wie eine tcigige Masse etwa mit einem Spaten ab- 
stechen lässt, dann kann der Blauungsprocess ohne Verzug 
erfolgen, der durch Zuführung von Salpetcrsaurc und 
Schwefelsäure bewirkt Wird.  Massverliiiltnisse anzugeben 
ist an dieser Stelle zwecklos, denn einmal finden sich da- 
rüber ausreichende Angaben in den von mir angegebenen 
Faehschriften, zum anderen gehen die Angaben allzu sehr 
auseinander und würden Erklärungen erheisehen, die das 
Betreten eines den meisten Künstlern zu fern liegenden 
Gebietes nöthig machen würden. Es genügt aber auch wohl, 
dieses flüchtig skizzirtc Bild um einen allgemeinen Begiiff 
von der Farbe und ihrer Zusammensetzung zu bekommen. 
"i" Kob alt, in verschiedenen Ton-Abstufungen, (trocknet 
sehr schnell). Das Kobalt-Blau gehört zu den allerbesten 
Farben. An der Luft ist es absolut unveranderlich und 
bleiben darauf selbst die kräftigsten chemischen Agentien 
lf)
        

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