Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1840576
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brcchcn; ein Vergleich, der deshalb gestattet sein mag, 
weil vor Zeiten besagter Muhn und Moder in den Apo- 
thckerküchcn auch zu Pflaster und schweisstreibcnden 
Mitteln verarbeitet wurde. 
Anders verhält es sich mit dem JfAsphalt, welcher 
zwar auch (sehr schwer trocknet". Hier ist die Materie 
bekannt, ihr Verhalten konnte studiert und festgestellt 
werden; indem wir ihre Mangel kennen, können wir uns 
der Farbe 1nit Vortheil bedienen.  Zu Lasuren, wo man 
ein gewisses Nachdunkeln nicht zu fürchten braucht, ist 
sie vortrefflich. Die Stücke, welche zur Farbenbereitung 
genommen werden sollen, müssen durchaus trocken sein, 
und zeigen alsdann einen glänzenden Bruch. Die Farbe 
des Asphalts wechselt zwischen tiefem Pcchschwarz und 
braunlichschvvarz.  Sein Vorkommen in der Natur ist 
mitunter so seltsam und widerspricht so allen Voraus- 
setzungen und Annahmen, dass seine Entstehung dunkel ist. 
Man findet ihn in Nestern und Klüften zwischen Sandstein 
und Kalksteinschichten der Tertiärformationen abgelagert, 
und glaubt man sich daher zu der Annahme berechtigt, 
den Asphalt oder schwarzes Erdharz, auch als festes 
Bitumen (franz. Bitume solide) und Judenharz bezeichnet, 
als ein Produkt zu betrachten, welches grösstentheils vege- 
tabilischen und selbst thcilweisc animalischen Ursprunges 
sei. Es findet sich aber auch zwischen Erzlagern, im 
Gemenge mit anderen Mineralien und selbst feste Gestein- 
massen durchdringend, ein Umstand, welcher den Zu- 
sammenhang mit organischen Bildungen zwar nicht hin- 
fällig, aber doch weniger ersichtlich macht.  So wird er 
auch, von seinen ursprünglichen Lagerstätten fortgeführt, 
in den Asphaltseen gefunden. Aus ebengcdachtcn Gründen, 
und weil er von mineralischen Beimischungen nicht genau 
zu trennen ist, so wird der Asphalt auch wohl als eine 
llrlineralspecies betrachtet. Es ist amorph (unkrystallinisch), 
und bildet seltsam geformte, gleichsam wie geliossene Stücke. 
 Für die Oelmalerci praparirt man ihn am besten und 
am sichersten durch ein Sclnnelzverfahren. Da der 
Asphalt gewöhnlich schon bei etwa 100" C. schmilzt, so 
kann man sich des Wasser- oder Marienbades zu seiner 
Bereitung bedienen; sollte er sich als weniger leicht schmclzbar 
erweisen, dann nimmt man ein Salzwasserbad, welches 
erst bei 1090 G. kocht; hierzu nimmt man 1 Loth Koch- 
salz auf 3 Loth Wasser. Da. der Asphalt leicht entzünd-
        

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