Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1840567
theile Oel zu 100 Gewichtstheilcn Farbe erfordert, und 
dass sie erfahrungsgemäss mit Cremserweiss nicht gemischt 
werden soll.  Ihre Herstellung ist mühelos, indem erbs- 
grosse Stückchen Sieneser Erde in einem eisernen Löffel 
so lange geglüht werden, bis sich dieselben so lebhaft 
roth zeigen wie der Löffel. Ausgeschüttet auf einen Por- 
zellanteller lässt man sie erkalten und die Farbe ist zur 
Verreibung fertig. Die Farbe verliert bei dieser Procedur 
sehr an Gewicht, indem sie durch Entweichen ihres Hydrat- 
Wassers und ihres Schwefelsäuregehaltes Einbusse erleidet. 
Auf die Anwesenheit letzterer ist auch wohl die Mahnung: 
kein Cremserweiss der Farbe zuzumischen, zurükzuführen. 
 Dass die Farbe solid ist, aber in etwa dem Nach- 
dunkeln ausgesetzt bleibt, geht schon aus dem Gesagten 
hervor. 
Mumie (trocknet sehr schwer). Es ist nicht möglich, 
über diese Farbe positive Mittheilungen zu machen, indem 
die damit angestellten Versuche gar grosse Abweichungen 
im Verhalten beobachten lassen. Uebrigens liegt es auch 
auf der Hand, dass gerade bei dem durch die achte 
Mumie gebotenen Stoffe die manniehfachstenErscheinungen 
auftreten müssen. Denn viele Mumientheile werden ein 
den Erdpechfarben nahes Verhalten zeigen, andere erweisen 
sich als Reste zerfallener PflanzenfaserstoHe f?) und wird in 
dem gebotenen Mulxn und Moder die Anwesenheit nicht- 
trocknender Bestandtheile nur zu oft bestätigt werden 
können. Deshalb ist man zu der Frage wohl berechtigt, 
was denn eigentlich als Farbe bei der Mumie dient. Sind 
es etwa die in sehwefelsaurem Natron (Glaubersalz) ge- 
salzenen, harzdurchtrankten Hauttheile und Muskelpartieen 
oder jene an erdigen Substanzen wie auch an nicht- 
trocknenden Bestandtheilen reichen Knochenreste, gemischt 
mit Ueberbleibseln diverser organischer Stoffe: Gewebe- 
fasern, und solcher zur Einbalsamirung benöthigter Specifica? 
 Gemeinhin wird der ganze erhaltene Rest pulverisirt 
und verrieben und verfälscht vielleicht oft noch dazu, 
weshalb der Gebrauch der Mumie in der Oelmalerei viel- 
leicht von ähnlichem Werthe ist, wie weiland jenes Pulvis 
aurcus Doctoris Schneller  oder dessen Emplastrum summum 
für Hauen und Stechen, Beinbrüche und ähnliche Ge- 
 Leben, Meinungen und 'I'ha.ten 
Kandidaten. II. 'l'l1eil. Cap. 6, V. 16, 
von Hieronimus 
25. 
Jobs, 
weiland
        

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