Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1840556
LOÖ 
dergleichen bleiben dabei zurück.  Nach dem Gesagten 
ist es leicht erklärlieh, wie einige Blarbentechnikcr zu be- 
stimmten Unterscheidungen besagter Farben gelangen 
konnten, die z. B. „cölnischc Erde" als Braunviolett 
bezeichnen, und zwar als eine Farbe, die sich weniger 
zum lasiren eignet, sondern mehr deckend wirkt. Dagegen 
wird dem Casseler Braun grosse Durchsiehtigkeit nach- 
gerühmt, dem eine Kraft zu geben sei, wie dieselbe mit 
keiner anderen Farbe erreicht werden könne. Kurz, sie 
wird als unentbehrlich für den Figuren- wie den Land- 
schaftsmaler geschildert. Und. doch sind beide Farben im 
wesentlichen dieselben; es hängt lediglich von den zersetzten 
Stoffen, dem Grade der Zersetzung oder der Beimengung 
sich lösender und schlemmbarer Stoffe ab, welche die 
Farbe als Lasur- oder Deckfarbe dienlieher machen. 
Casseler Braun erfordert nach Wurm 75 Gewichtstheile 
Oel zu 100 Gewichtstheilen Farbe. 
"I" Umbra (trocknet sehr schnell). Die achte Umbra 
"l" Umbfil- stellt eine feinerdige, lederbraun und zuweilen auch dunkler 
braun gefärbte Masse dar; das farbende Prineip ist Eisen. 
 lhr Namen dürfte wohl auf das italienische Wort 
ombra (Schatten) zurückzuführen sein, vielleicht rührt die 
Bezeichnung aber auch von Umbrien her, wo man eben- 
falls cine braunerdige Farbe findet. Dorther entnimmt 
man die uns bekannte Umbra jedoch nicht, deren Fund- 
orte vielmehr auf Cypern und Sicilien zu suchen sind. 
Ihrer chemischen Zusammensetzung wegen ist sie als 
Doppelsilieat zu bezeichnen, denn sie besteht, gewisse 
Schwankungen in den verschiedenen Verbindungen der 
Bestandtheile abgerechnet, aus kiesclsaurem Eisenoxyd und 
kieselsaurem Manganoxyd mit Thonerdc nebst etwa 
10 Procent Wasser.  Die Farbe ist haltbar, aber sehr 
dem Nachdunkeln ausgesetzt. Gebrannt nimmt ihr Ton 
eine mehr wärmere, in's Rothe gehende Nüanee an.  
Bei der Freseo-Malerei braucht man die Umbra als Probir- 
stein, da sie ungemein gierig das WVasser aufnimmt und 
deshalb die aufgestrichene Farbe sofort als getrocknet er 
scheinen lasst; sie haftet deshalb auch fest an der Zunge. 
T Gebrannte Gebrannte Terra di Siena (trocknet schwer). [m 
Tßrrßdi Sielw- Allgemeinen sei hier auf das schon Seite 109 Gesagte ver- 
wiesen. Besonders ist zu bemerken, dass sie bei ihrer 
Verreibung weniger Oel beansprucht wie die ungclorannte 
Terra di Siena, indem sie nach Wurm nur 181 Gewichts-
        

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