Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1840534
136 
ein Thonlager von fettem, hellgraueln Thone bis auf etwa 
50 Meter anbohren sehen, Welches, durch nahe Braun- 
kohlenlager beeinliusst, eine vom lichtesten hechtgritu bis 
herab zum sattesten, tiefglänzenden Asphaltbraun reichende 
Färbung zeigte. Es finden sich dort Kohlenstotf-Verbin- 
dungen der mannichfachsten Art, und wenn man berichtet, 
dass van Dyck eine tief braun gefärbte Moorerdc mit 
Vorliebe verwandt habe, die dem Cölner Braun ähnlich 
gewesen sei, so steht der Annahme gar nichts entgegen, 
dass es eben dieser Kohlenmulm gewesen und nichts 
anders; denn die Bezugsquellen aus eben jener Zeit sind 
leicht zu verfolgen.  Die Benutzung dieses Materials, 
welches eben so billig zu beschaffen Wie leicht zuzubereiten 
ist, empiiehlt sich weit eher als die der erdpechhaltenden 
Farben.  Ob nun diese Kohlenmalmfarben: Cölner Erde, 
Cölner Umbra, Casseler Braun, Kesselbrau, Spanisehbraun 
oder wie immer sich genannt finden, alle sind auf die 
ziemlich gleiche Zusammensetzung und selbst auf den 
gleichen Fundort zurückzuführen  Was die Bezeichnung: 
Oasseler Braun anbelangt, so soll daran erinnert sein, 
dass gleich unterhalb Cöln Rheincassel liegt, wohin eine 
direkte Strasse aus dem Braunkohlenrevier an den Rhein 
führt. Wie hier in nordnordöstlicher Richtung, so fuhrt ent- 
gegengesetzt in südöstlicher Richtung in der gleichen Ent- 
fernung die Strasse nach Bonn zu dem gegenüberliegenden 
Obercassel am Rhein. Beide Cassel können demnach 
jener in Braunkohlenlagern sich eingebettet findenden Sub- 
stanz, dem Braunkohlenmulm, den Namen "Oasselerßratun" 
geliehen haben. --Auch die Bezeichnung: „Spanischbraun" 
führt zu der gleichen Ursprungsstiitte zurück. Diese 
Bezeichnung wird wohl auf die lange Anwesenheit der 
Spanier im 16. und namentlich im 17. Jahrhundert in 
diesem Distrikte zurückzuführen sein, deren Einfiuss sich 
unverkennbar in der heute dort noch üblichen Bczoichv 
nung der Flächenmasse ausspricht, indem die Landleute 
vielfach nach vspanischen Morgeirir) und "Pinten" bei 
1) Bei Unn-eehnungen gelten dort folgende Sätze: 
1 preussiseher Morgen : '25 Are, 
1 eölner Morgen, auch grosser Morgen genannt : 3G Are, 
1 spanischer ltlorgen : 38 Are, 
eine sogenannte "Pinte" : 2 Are. 
Es diene zum Beweise, wie das Volk hier an den alten ererbten 
Bezeichnungen festhält, dass man die veralteten Masse heute noch bei
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.