Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1840523
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produete basaltiseher Tuffgesteine bezeichnet linden, zu 
dieser Annahme kaum berechtigen. Eine viel zutreffendere 
Erklärung für das sichtliche Naehdurlkeln der ungebrannten 
grünen Erde ist vielmehr die, dass das Eisenoxydul bei 
seinem energischen Bestreben sich mit ciein Sauerstoff zu 
verbinden, an der Luft theilweise in Eisenoxyd übergeht 
und sich in Eisenoxyduloxyd umwandelt. Die Farbe er- 
hält dadurch einen etwas dunkleren, wärmeren, aber nicht 
beabsichtigten Ton, der, je energischer und tiefergehend 
die Umwandlung des Üxyduls in Oxyd sich vollzogen, um 
so brauner erscheint, was sich bei vielen altitalienischen 
Bildern nur' zu häufig beobachten lässt. Jedenfalls wird 
eine Aenderung, wenn sie bei der gebrannten Earbe noch 
stattfinden sollte, eben hier nicht empfunden. Diese Hin- 
weise genügen Wohl, um zu Wissen, wo man die grüne 
Erde oder das Veronesergrün verwenden darf  Vortheil- 
haft wird man beim Schlemmen gekochtes Wasser ver- 
wenden, da dieses die Oxydation weniger begünstigt wie 
das an Luft und Kohlensäure reichere ungekoehte Quell- 
Wasser. 
Casseler Braun (trocknet sehr langsam), und Üölner 
Erde, (welche ebenfalls langsam trocknet), linden sich 
merkwürdiger Weise häufiger neben Umbra genannt, 
Obschon ein innerer Zusammenhang zwischen den Ge- 
nannten nicht besteht. Denn abgesehen von der ächten, 
eigentlichen Umbra, auch wohl türkische, eyprische oder 
italienische Umbra genannt, stellen im Gegensatze zu der 
aus Brauneisensteingruben mit manganhaltigem Eisenerz 
stammenden "deutschen" Umlloara, dlie als eindVergvitäei-ungs- 
produkt des Eisensteins zu etrac 1ten ist, ie ei en ein- 
gangs erwähnten Farbeäl ledägligi organlilsche Zersetzungs- 
rodukte dar. Um en rrt um noc zu vergrössern, 
iindet die Cölner Erde auch selbst als "cölnische Ümbra" 
Erwähnung.  Der chemischen Zusammensetzung nach 
besteht die Cölner Erde aus einem Gemenge von Humus- 
körpern und ist deshalb am treffensten als brauner Kohlen- 
mulm zu bezeichnen. lhr Fundort ist zwischen Üöln und 
der Voreifel zu suchen. südwestlich von Cöln, dem Colonia 
Agrippina der Römer, und nordwestlich vom Vorgebirge, 
welches das Rheinthal von der Voreifel scheidet, finden 
sich ungeheure Braunkohlenlager in den verschiedensten 
Phasen der Entwickelung. leh habe an der Südgrenze 
dieser zumeist durch Tagesbau erreichbaren Kohlenlager 
Czussclcr 
Braun, 
5111er Erde
        

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