Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1840470
LOU 
hole es, für uns sind jene im Geschäftsbetriebe massgebend 
gewordenen Blaktoren: Billigkeit und schnelle, bequeme 
Herstellung, ganz und gar ohne jede Bedeutung, wenn sich 
(liese Errungenschaften nicht mit den sonstigen altbewährten 
Vorzügen gepaart finden. Schon verschiedentlich konnte 
ich im Verlaufe meiner Darlegungen darauf verweisen, wie 
einzelne Zuthaten bei der Farbenbereitung wissenschaftlich 
nicht zu begründen sind, und sich deshalb auch schon 
der Rath ertheilt findet, da es ohne diese auch geht, we- 
nigstens zu gehen scheint, dieselben fortzulassen. Darin 
mag man aber wohl behutsam sein; denn oft sind es schein- 
bar unwesentliche, oft schon vornehm belächelte Umstände, 
welche sich für die vortheilhafte Ausbeutung_die Ergiebig- 
keit und die Vortrefillichkeit der Waare  im Fabrikbetriebe 
als von grosserBedeutung erwiesen haben Woher kommt 
es auch sonst, dass wir jenes Feuer, jenen dauernden Glanz 
und jene mit dem Alter an Tiefe nur zunehmende Kraft 
vergebens den modernen Bildern uns zu geben bemühen, 
was früher eigentlich selbstverständlich war.  Es empfiehlt 
sich daher, die verhältnissmässig spärlichen alten Aufzeich- 
nungen mit aller Aufmerksamkeit und nicht mit Gefühlen 
zu grosser Ueberlegenheit zu verfolgen. Kleine Ursachen 
führen auch hier oft zu grossen Wirkungen. Bekanntlich 
drängen die scheinbar sorgfältigst gegebenen Vorschriften 
zu weiterem Nachdenken und zwingen mitunter selbst zu 
selbstständigem Forschen, was der Anonymus Bernensis 
bei aller Sorgfalt der Darstellung seiner Verfahren sogar 
offen verlangt. Dies erklärt sich auch, indem die jeweil 
massgebend gewesenen Bedingungen nur zu häufig raschem 
Wandel ausgesetzt waren und geblieben sind. Es ver- 
langen desshalb die meisten jener uns überkommenen 
schriftlichen Unterweisungen ein Sichhineinleben in das 
Gebotene, ein Studieren desselben, und sind deshalb We- 
niger als Recepte zu betrachten, welche ein peinliches 
Innehalten der nach Maass und Gewicht zu verwendenden 
lngredienzien erheischen, da uns dieStolfe nicht nach einer 
Bestimmung geboten werden und geboten werden konnten, 
wie sie etwa unsere heutigen Apotheker in der Pharma- 
kopoe besitzen.  Fehlt es nun einerseits an einer durch- 
aus zuverlässigen qualitativen Stoffangabe, so mangelt an- 
dererseits mehr noch die nur zu wichtige Unterweisung 
in der Art der Bereitung derselben, sowie die näheren
        

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