Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1840447
filtrirten Auflösungen ohne Weiteres zur Lackfüllung an- 
gewendet werden können.  Die zu Kunst-Mztlzwvecken 
dienenden Krapplacke erfordern neben grosser Aufmerk- 
samkeit bei Gewinnung der zur Lackbereitung dienenden 
Stoffe zunächst eine sorgfältige Auswahl des gesammten 
Rohmaterials, doch fehlt es eben hier auch nicht an Ge- 
heimnissen, die bislang wissenschaftlicher Erschliessung 
getrotzt haben. Die 'l'rcfflichl-:eit der früher gewonnenen 
Resultate sind gewiss zunächst auf eine sorgfältige lnacht- 
nalnnc vorgenannter Bedingungen zurückzuführen, doch 
haben wir gewiss auch noch nach anderen Faktoren zu 
suchen, welche die Schönheit und Dauerhaftigkeit der Farbe 
begünstigen.  Heute, wo man bedauerlicherweise weniger 
auf Unveränderliehkeit der Farbe als auf billige Her- 
stellung und empfehlenswerthes Aussehen sieht, wo man 
mit Zeit und Zinsen oft mehr rechnet als nöthig, gewiss 
jedenfalls mehr als nützlich; wo man, durch die Üoncurrenz- 
preise veranlasst, auf die nur denkbar mögliche Ausnutzung 
der Rohmaterialien ausgeht, wo die Pietät mangelt und zu 
sinnigerem Schaffen künstlerische Begeisterung und freudiger 
Forschertrieb fehlen, da ist die Gefahr nahe gerückt, dass jene 
Grundbedingungen unbeachtet bleiben, Welche zur Erreichung 
tadelloser, künstlerisch verwerthbarer Produkte erforderlich 
sind. Deshalb müssen Wir doppelt bemüht sein, unseren 
Einfluss auf die Materialienbereitung zu sichern, indem im 
Hinblick auf die Marktlage die Furcht nicht unbegründet 
iSt, dass durch jenes, nur zu sehr auf Verbilligung 
gerichtete, die Corruption in Handel und Wandel begün- 
stigende Treiben, ungenügende, mangelhafte Bereitungs- 
ireisen in Aufnahme kommen und, was noch schlimmer, 
Selbst die Benutzung zweckwidriger, ja verderblicher Stoffe 
veranlasst wird. ln dieser Beziehung haben unsere Alt- 
vordern glücklichere Tage gesehen, die ihre mit Fleiss 
und Umsicht gefertigten Materialien als unveränderlich be- 
trachten durften. Gewiss wird es Manchen überraschen 
Zu erfahren, dass sich trotz der umfangreichen Literatur, 
Welche die näheren Untersuchungen und verschiedenen Be- 
reitungsweisen des Krapp umfasst, Vieles als unaufgeklätrt 
erweist; dass eben hier nicht selten einzig auf beobachtete 
Thatsachen gegründete Erfahrungssütze leitend sind.  
30 ist, um ein Beispiel anzuführen, zur Gewinnung guten 
Kmpps zunächst eine mehrjährige Wurzel erforderlich; in 
der Levante wird die fünf- bis sechsjährige, in Mitteleuropa
        

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