Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1840350
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Wir wissen ferner aus Xen0ph0n's Feldzug des jüngeren 
Cyrusl), dass wenige Tagcmarsche von Sinepc grosse 
Eisenbergwerke von den Chalybenz) ausgebeutet wurden; 
was liegt nun näher, als den von Plinius mit dem Namen 
Sinopis bezeichneten rothen Eisenocker als einen in der un- 
mittelbaren Nähe des mehrfach genannten Ausfuhrertes 
geförderten Erd-Farbstoff zu betrachten.  Wenn wir 
weiterhin Sinepe als Hauptstapelplatz betrachten, dann sind 
wir bei den vielverzweigten, schon in" den frühesten Zeiten 
weithinfiihrenden Karavanen-Strassen keineswegs nur auf 
die zunächst liegenden Hinterländei" angewiesen; nichts 
hindert uns, in den von Sinope ausgeführten Stoffen Pre- 
duete der fernsten ostasiatischen Länder zu sehen. Wir 
wissen, dass China einen grossen Zinnober-Reichthuni be- 
sitzt, und dass der dort gefundene Bergzinnober, wie der 
künstlich bereitete, jeden anderweitigen Zinnober an Schön- 
heit wie an Farbekraft weitaus übertrifft. Somit liegt also 
die Möglichkeit, ja die Wahrscheinlichkeit nahe, dass über 
Sinope drei ganz verschiedene rothe Farben verbreitet 
werden sind. Dabei ist der rothe Eisenocker wohl von 
der geringsten Bedeutung gewesen, wichtiger der armenische 
Bolus, am bekanntesten war jedenfalls jene von cierther 
bezogene Sinopia genannte Farbe, die wir als Zinnober zu 
bezeichnen uns gestatten, da es nach Strabo unzweifelhaft 
ist, dass wir in der Sinopia einen Bergzinnober oder eine 
Art chinesischen Zinnobers erblicken dürfen oder vielmehr 
müssen. Dieser sagt, nachdem er sich über die vom 
Tagus und dem Anas durchströmten Landesthcile weiter 
verbreitet: „Diese Gegend ist ziemlich reich. Aber die 
1) B. V; C. 5. 
2)     Arbeitsame Chalyber folgen", 
"Welche den rauhesten Boden, so schwer zu bezwingen, 
bewohnen, 
"hlühsalduldend vor Allen, den Stahl zu bereiten geschäftig": 
 (V.374)u.wv. 
        Drauf kam am nächsten 
„Tag' und der folgenden Nacht an der Chulyber Lande das 
Schiff an. 
"Diese beschäftigen nicht am Pfiug Zugthiere: noch irgend 
"Einer erquiekenden Frucht Anpflanzung! Heerdeil auch xiiemals 
"Pflegen die Chalyber je auf bethaueter Wiese zu weiden. 
"Mühsam graben sie nur auf eisengeschwängerteixiBuden! 
„Brod eintansehend dafür,        
Apollonius des Rhodiers Argonautenfahrt I, Ges. II, 
V. 1000 u. w.
        

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