Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1840330
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belehrt er uns, dass der Zinnober nie genug bearbeitet 
werden kann, "denn hättest du ihn alle Tage durch 
20 Jahre zerrieben", sagt er, „s0 wäre er nur immer 
besser und vollkommener geworden". Dieser aufgewendeten 
Arbeit schreibt man auch zumeist die hohe Schönheit des 
chinesischen Zinnobers zu. 
Hier ist einer Farbe zu gedenken, die früher sehr 
geschätzt war, heute jedoch dem Praktiker nicht mehr 
geboten wird. Es ist die "Sinopia", deren Vortrefflichkeit 
schon daraus erhellt, dass sie jeder Art von Malerei ge- 
dient hat. Man verwandte dieselbe zum Farben des Papiers, 
sie diente zur Tafelmalerei und auch zum Malen auf dem 
Nassen, dem vero freseo. Cennino Cennini gedenkt 
ihrer in nicht weniger denn in zwölf verschiedenen Kapiteln. 
Im Kapitel 20 zeigt er, wie man Papier röthlich oder 
pfirsichfarbig macht; im Kapitel 38 spricht er von der 
Beschaffenheit der rothen Farbe, Welche Sinopia genannt 
wird, und bezeichnet sie als Naturfarbe. Aus Kapitel 39 
erfahren wir, wie das sogenannte Cinabrese aus der schön- 
sten und hellsten Sinopia mit weissem, gut gereinigtem 
Kalk gemacht werden, und hören gleichzeitig, dass die 
Farbe dem Zinnober täuschend ähnlich gewesen. 
Aus dem vorhergegangenen Kapitel ist ebenfalls ersichtlich, 
wie die Sinopia auch jene ebenhier wohl zu bcatchtende 
Eigenschaft mit dem Zinnober theilt, dass sie, je langer 
gerieben, desto besser wird!  Es lohnt sich daher wohl 
der Mühe, die uns über ene Farbe erhaltenen Mittheilungen 
etwas näher anzusehen.  Man suchte bislang die Fund- 
stätte der von den Cinquecentisten noch viel und mit 
grossem Erfolge gebrauchten Farbe, schon durch den ihr 
gegebenen Namen geleitet, im Oriente, denn die Ableitung 
von Sinopal) oder Sinope ist unverkennbar; doch die 
Nachsuche blieb ohne Resultat. Durch Strabc und dessen 
Uebersetzer und Erklitrer wie auch noch durch Andere 
finden wir uns auf weitere Fundstätten der sogenannten 
Sinopia hingewiesen, und auch über das Wesen der 
Farbe, über das, was man zu eben jener Zeit unter der 
Bezeichnung "Sinopia" verstanden hat, ausreichend unter- 
richtet. 
1) Der von Antolykos, dem Gcfäihrtcn 
in Paphlzxgonicn, mit herrlichem Hafen am 
sehe Strabo, B. XII.  Apoll. d. Rhod. Argm 
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Jasurfs gegründeten 
Pontus Euxinus.  
mautunfahrt I, 946. 
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