Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1840321
Zinnober 
besteht 
21,118 
Schwefelquecksilber. 
1. TChinesischer Zinnober (trocknet langsam). 
Der chinesische Zinnober steht unübertroffen. Seine Be- 
reitungsweise ist unbekannt; nur das Wissen wir, dass er 
die bei uns fabricirten oder gefundenen Producte an 
Qualität weitaus übertrifft!  Er ist so fein, dass er 
Sofort auf der Palette vermittelst der Spachtel zu Oelfarbe 
bereitet werden kann.  Die Farbe muss steif und dick mit 
nur wenig Oel angemacht werden.  Es soll hier noch- 
mals bemerkt werden, dass Zinnober niemals mit Kremser- 
weiss oder Bleiweiss, sondern nur mit einer gegen Schwefel- 
verbindungen unempfindlichen Farbe, wie Zinkweiss, auf- 
gelichtet werden darf. 
2. Bergzinnober. Der Zinnober findet sich auch in 
der Natur fertig gebildet vor und werden rein gefundene 
Stücke dieses Minerals unter dem Namen Bergzinnober in 
den Handel gebracht. Wie vonPettenkofer nach Wur1n's 
Angabe mittheilt, kommen bei der Oelfarbenbereitung 
auf 100 Gewichtstheile der Farbe 2.3 Gewichtstheile Oel. 
Chinesischer 
Zinnober. 
1. Berg. 
Zinnober. 
Man unterscheidet noch weiterhin: Holländischen, 
deutschen- und Patent-Zinnober; man könnte, so fortfahrend, 
unschwer noch weitere Unterscheidungen treffen. Seine 
künstliche Herstellung erfolgt auf trockenem  und auf 
{nassem Wege.  Bei der grossen Zahl von Vorschriften 
1st es schwer, diese oder jene für die beste zu erklären, 
und dies um so mehr, als es unleugbar, dass durch gewisse 
Manipulationen dem Producte ein höheres Feuer oder 
eine hellere Nuance gegeben werden kann, ohne das 
hierfür physikalische oder chemische Ursachen anzugeben 
Wären.  Die Bemerkungen Cennini's im 40. Capitel 
Seines Buches von der Kunst oder „'l'ractat der Malerei" 
Sfnd wohl der Beachtung werth, indem sie genau das he- 
rlehtcn, was früher und auch später sowohl zum Schaden 
als auch zum Nutzen von Anderen erfahren worden ist. 
E1" warnt vor Verfälschung mit Mennig und Ziegelstaub, 
und wir wissen, dass in's Gelbrothe übergehende Sorten 
mit Mennigen (Bleiüberoxydul) vermischt worden, die 
geradezu vernichtend für den Zinnober sind; zum anderen 
121 Durch Sublimation, wodurch sich das schwarze amorphe Schwefel- 
qlleuksubor in rothes kristallinischcs Schwefelquecksilbor umwandelt. 
8a:
        

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